Uwe Post

Informationen zum Autor

Name: Uwe Post
Angemeldet seit: 13. August 2012

Aktuelle Beiträge

  1. SF-Tube: „D.-I.-M. – Deus in machina“ — 22. November 2017
  2. Neu: Ren Dhark Band 72 „Terra im Visier“ — 16. November 2017
  3. Hörspiel-Serie: „Die Wasserkrieger“ bei WDR5 — 14. November 2017
  4. SL-Machinima: „Confinement“ — 14. November 2017
  5. Rezension: „QualityLand“ von Marc-Uwe Kling — 9. November 2017

Liste der Autorenbeiträge

Rezension: „Leichter als Vakuum“ von Simon&Steinmüller

„Fake Olds“ – unter dieser Überschrift, in Anspielung auf „Fake News“, saßen Angela und Karlheinz Steinmüller und Erik Simon im Juni beim Dortmunder U-Con und plauderten über das vorliegende Buch, das sich einer Subgenre-Zuordnung weitgehend entzieht. Auf den ersten Blick könnte man es als Alternativhistorie bezeichnen, tatsächlich aber, so erklärte Professor Steinmüller, sei es erfundene Geschichte, die aber nicht im Widerspruch zu belegten Ereignissen stehe, also keineswegs kontrafaktisch ist, sondern sozusagen geschickt ergänzend. Der Kniff, nicht explizit im Widerspruch zur tatsächlichen Historie zu stehen, macht das Buch sehr reizvoll.

Die „Fake Olds“ werden uns in Episodenform dargebracht durch einen Historiker namens Simon Zwystein, der erstaunliche historische Dokumente kommentiert und vorstellt. Zwystein ist natürlich eine Kunstfigur. Weder er noch alle Texte sind übrigens neu, einige stammen aus den Achtzigern, andere sind neueren Datums, alle wurden für die Veröffentlichung überarbeitet. Den komplexen Entstehungsprozess beleuchtet Erik Simon im Nachwort.

In den Texten erfährt der Leser aus Zwysteins erstaunlichen historischen Quellen über bislang unbekannte Beziehungen zwischen dem Kalifat von Bagdad und Karl dem Großen, über eine Reise zum Mond, über die Malteser Tontafeln, über den sagenhaften Ort Germelshausen, und über die Weltreise eines römischen Bürgers. Die zweite Hälfte des Buchs nimmt der Roman „Die große Reise“ ein, der dem weitgehend vergessenen deutschen Utopiker Ernst Wegbreiter „zugeschrieben“ wird. Darin finden anno 1909 zwei Männer und eine Frau ein fremdartiges Raumfahrzeug und begeben sich auf die titelgebende Reise. Wenngleich an vielen Stellen herausragend geschrieben, kämpft der Roman auch mit ein paar Längen, was aber aus heutiger Perspektive mit Sicherheit auf fast jeden utopischen Roman vom Anfang des 20. Jahrhunderts zutrifft (also auch auf die, die wirklich damals geschrieben wurden). Ein oder zwei Wendungen lassen den Leser etwas ratlos zurück – was war real, was Einbildung oder erfunden? Letztlich steht diese Frage über dem ganzen Buch und macht seinen Reiz aus: Die Fake Olds sind wirklich sehr gute Fakes, denn man erkennt sie kaum als solche.

Wie Angela und Karlheinz Steinmüller sowie Erik Simon hier gemeinschaftlich mit Geschichte spielen, stets eine für die jeweilige Form (Tagebuch, Brief, Tontafeln) geeignete Sprache finden, die trotzdem immer gut lesbar ist, wie sie trotz der ungewöhnlichen Form mit Leichtigkeit liebenswerte Figuren erschaffen, zwischen den Zeitaltern springen, und letztlich ganz und gar moderne Botschaften transportieren, davor kann man nur den Hut ziehen. Gleichzeitig wird der Leser vorzüglich unterhalten, blitzt doch immer wieder zwischen den Zeilen ein verschmitztes Lächeln auf; ein feiner, intelligenter Humor („Ganz schlechtes Feng Shui!“), der sich wie ein roter Faden durch die so unterschiedlichen Geschichten zieht, und sie zu einem Gesamtwerk verbindet, dessen Bedeutung weit über die Buchdeckel hinausgeht: Es ist eine Nachricht an all die Autoren und Leser dort draußen, und sie lautet: Lesen und Schreiben mit angeschaltetem Gehirn macht besonders viel Spaß!

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Rezension: „Junktown“ von Matthias Oden

Junktown von Matthias Oden

Mit „Junktown“ legt Matthias Oden im Heyne Verlag seinen ersten Roman vor.

Die „Konsumrevolution“ hat vor vielen Jahren das alte System weggespült. Jetzt sind Drogen nicht nur legal, sondern der Rausch ist Pflicht. Regelmäßig müssen die Bürger Blutproben abgeben, und wer bei zu wenig Drogenkonsum erwischt wird, wandert in eine „Sozialhygiene“-Einrichtung oder gleich in den „Recyclinghof“. Wer praktisch dauernd auf einem Trip ist, kann natürlich nicht besonders gut arbeiten, deshalb übernehmen Maschinen die unangenehmen Pflichten. Zum Beispiel Produktion von Nachwuchs: um den kümmern sich riesige, intelligente Maschinen namens Brutmutter. Und eine davon wird zu Beginn der Handlung tot aufgefunden. Offenbar ermordet. Inspektor Solomon Cain, ein erfahrener Polizist der Gemapo (Geheime Maschinenpolizei) und gealterter Held der Revolution, übernimmt die Ermittlungen. Er kommt schnell dahinter, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord aus Leidenschaft. Als das Rauschsicherheitshauptamt auf den Plan tritt, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Der Autor legt mit seinem Debütroman eine erfindungsreiche Dystopie vor, die – schon durch die der DDR und dem Drittem Reich entlehnten Begriffe ersichtlich – keinen Zweifel daran aufkommen lässt, wie die Rollen von Gut und Böse verteilt sind. Man fragt sich unweigerlich, wie ein System, in dem der Rausch ein erzwungener (Dauer-)Zustand ist („Alle Macht den Drogen!“), wenn man nicht gerade einen ABS (Abstinenzberechtigungsschein) besitzt, überhaupt wirtschaftlich und verwaltungstechnisch funktionieren kann. Der Autor zeichnet kein vollständiges Bild der Gesellschaft. Vielmehr bedient er sich punktuell verschiedenster Gestaltungselemente, die sich zu einem Gesamtbild fügen. So entstammen die verwendeten uralten Telefone, der mental angeknackste Inspektor und die später auftretende femme fatale eindeutig dem film noir. Die (kurze) Liebesgeschichte hat mich allerdings nicht besonders überzeugt. Moderne Technik gibt es so gut wie gar nicht; entweder gab es nach der Revolution also eine Rückentwicklung oder die Handlung spielt in einer (alternativen) Vergangenheit (eine Jahreszahl wird nicht genannt). Da die Handlung bis zum Ende auf die Perspektive der Hauptfigur beschränkt bleibt, bleibt sehr vieles offen, und als Resultat wirkt die Welt nicht immer völlig authentisch. Gleichzeitig bezieht der Roman seine Spannung zum einen aus dem Kriminalfall (dessen Entwicklung voller Wendungen ist, die man durchaus erahnen kann) und zum anderen aus der Frage danach, wie diese seltsame Gesellschaftsform des Konsumismus eigentlich entstanden ist. Das wird am Schluss tatsächlich aufgeklärt – aber erstens nur in wenigen Sätzen, und zweitens handelt es sich um Informationen, über die der Protagonist die ganze Zeit verfügt, aber nicht mit dem Leser teilt. Letztlich sind alle Entwicklungsschritte der Handlung so konsequent wie düster – bis zum Ende. Man sollte von diesem Buch weder Fröhlichkeit noch ein Happy End erwarten.

Unter dem Strich ist „Junktown“ eine lesenswerte Dystopie mit viel Erfindungsreichtum – und ohne jede Hoffnung.

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Neu: Welcome to Europe

In unserer Berichterstattung vom Euro-Con in Dortmund haben wir die Anthologie „Welcome to Europe“ erwähnt, aber sie verdient auch eine eigene Ankündigung.

Immerhin handelt es sich um eine Sammlung mit exklusiv zum Thema „Europa“ geschriebenen Geschichten, zum größten Teil von deutschsprachigen Autoren.


Der Inhalt:

Aleksandar Žiljak: Aleta vom Sonntag+2
Dave Hutchinson: Zeichensprache
Andreas Eschbach: Zeit ist Geld
Karlheinz Steinmüller: Zwischen Zeitgeist und Zensur. Erfahrungen mit der utopischen Literatur (Artikel)
Jürgen Lautner: Versteckte Juwelen der deutschen Science-Fiction. Die Fernsehfilme des Rainer Erler (Artikel)
Robert Corvus: Eutopia
Clemens Nissen: Auf festem Kurs
Christiane Gref: Euroleaks
Uwe Post: Tranz Ähropa Espresso
Carlos Suchowolski: Picken und mit den Flügen schlagen, bis der Himmel Maschinen zeitigt
Ju Honisch: Europatreffen
Erik Simon: The Last Man (Gedicht)

Das Besondere: Alle Texte mit Ausnahme des Gedichts liegen sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch vor.

Illustriert wurde das Buch von Autun Purser, Stargast des Euro-Con. Erschienen ist der Band beim SFCD in der Reihe Andromeda SF Magazin.

Der Band ist für 8 Euro erhältlich, und zwar derzeit nur bestellbar per E-Mail bei archiv[at]sfcd.eu.

 

Neu: Ren Dhark „Weg ins Weltall“ Band 69 und Unitall Band 34

Es sind zwei neue REN DHARK-Bücher erschienen:

REN DHARK „Weg ins Weltall“ Band 69 unter dem Titel „Ein sicherer Hort?“:

Der Utare Yak Yakis erweist sich als harter Brocken für die GSO-Agenten Ömer Giray und Liv Sanders. Bevor sie mit ihren Ermittlungen in Sachen der illegalen Cyborg-Technologie fortfahren können, müssen sie zuerst ein Mittel gegen die Bedrohung finden, die der Blaue darstellt.
In der Galaxis Voktar werden unterdessen Ren Dhark und seine Getreuen zu Gejagten, deren Chancen äußerst schlecht stehen. Doch es gibt Hoffnung. Ist das, was sie auf ihrer Flucht entdecken, vielleicht ein sicherer Hort?

Autoren: Jan Gardemann, Achim Mehnert und Nina Morawietz; nach dem Exposé von Ben B. Black.

Hardcover, 272 Seiten
Herausgegeben und mit Vorwort von Ben B. Black
Unitall Verlag
EUR 16,90

 

REN DHARK „Unitall“ Band 34 unter dem Titel „Willkommen im Dagmeer!“ von Andreas Zwengel:

Der Salter DelVeccio betreibt in der Galaxis Andromeda ein Theater mit erstaunlichen technischen Möglichkeiten, das in seinen Vorführungen oft geschichtliche Ereignisse von großer Bedeutung thematisiert. Zum Jubiläum des zehnjährigen Bestehens des Dagmeer-Theaters plant die Truppe rund um Direktor DelVeccio etwas ganz Besonderes, nicht ahnend, dass sie sich damit einer großen Gefahr aussetzen, denn das Thema des geplanten Stücks wird von einigen Völkern der Galaxis äußerst kritisch gesehen. Doch bevor es zum Eklat kommt, heißt es zunächst einmal: Willkommen im Dagmeer!

Hardcover, 192 Seiten
Unitall Verlag
EUR 12,90

Weitere Infos und Bestellmöglichkeit beim Verlag

In eigener Sache: Differenziertere Bewertungen

Die Welt der SF ist bunt und vielfältig. Es gibt Military SF, Space Opera, Dystopien, Alternativweltgeschichten und so weiter. Es gibt anspruchsvolle Leser und solche, die einfach nur gut unterhalten werden wollen.

Wir haben uns gefragt: Werden wir dieser Vielfalt gerecht, indem wir ein Werk mit einer einzigen Sterne-Wertung zwischen 1 und 5 beglücken?

Wohl eher nicht.

Klar, Amazon macht es auch so. Aber mal ehrlich: Eine Rolle Klebeband kann man vielleicht mit einer Einzelwertung fair bewerten (klebt: 5 Sterne, klebt nicht: 1 Stern). Aber ein Buch, ein Spiel, einen Film?

Dabei machen es Fernsehzeitschriften seit Jahrzehnten vor: Sie bewerten Spielfilme in überschaubaren Kategorien wie Anspruch, Action, Humor. Wenn man Lesern dieser Zeitschriften zutrauen kann, dieses Schema zu begreifen, dann euch, den Besuchern unseres Portals, erst recht!

Deshab bewerten wir künftig in unseren Rezensionen nach Kategorien. Die können sich durchaus mal unterscheiden, je nachdem, um was für ein Werk es geht. Anspruch und Unterhaltung sind gesetzt, hinzu kommt bei SF die Kategorie „Originalität“. Wir glauben, dass gute, originelle Ideen ein Markenzeichen der SF sind. Wir sind aber flexibel: Wenn ein Rezensent es für angebracht hält, ein Werk in einer bestimmten Kategorie wie Sprache, Humor oder Erotik (soll es geben!) zusätzlich zu bewerten, kann und wird er das tun.

Wir bemühen uns, nach und nach auch existierende Rezensionen entsprechend aufzubessern. Den Anfang macht die Besprechung von „Die Krone der Sterne“ von Kai Meyer.

Sicher werden die neuen, differenzierten Rezensionen den Werken besser gerecht. Unser Praktikant ist jedenfalls dieser Ansicht:

Diese Änderung ist sinnvoll: 

 

 

Iwoleit und van den Boom gewinnen DSFP

Soeben wurden die Gewinner des diesjährigen Deutschen Science Fiction Preises bekanntgegeben.

Bester Roman 2016 ist demnach »Die Welten der Skiir 1: Prinzipat« von Dirk van den Boom. Es ist das erste Mal, das dieser umtriebige Autor den begehrten Preis gewinnt.

Beste Kurzgeschichte ist »Das Netz der Geächteten« von Michael K. Iwoleit (aus der vielbeachteten GAMER-Anthologie).

Die Preisverleihung findet im Juni auf dem U-Con (EuroCon) in Dortmund statt.

Deutsche-science-fiction.de gratuliert den Gewinnern!

Alle weiteren Infos und News gibt’s auf der offiziellen Homepage: dsfp.de

Neu: Ren Dhark Band 68

In der Serie „Ren Dhark“ ist ein neuer Titel erschienen: Band 68 der Haupt-Serie „Weg ins Weltall“ unter dem Titel „Welt der Kenporim“:

Die beiden GSO-Agenten Ömer Giray und Liv Sanders erfahren mehr und mehr über die Machenschaften der Vereinigung der Alten Völker. Allerdings kommen sie dabei auch einem nicht gerade zimperlichen Utaren sehr nahe, an dem sich schon andere die Zähne ausgebissen haben. Etwa zur selben Zeit werden Ren Dhark und seine Begleiter gezwungen, länger in der Galaxis Voktar zu verbleiben, als ihnen allen lieb ist. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, in die heimatliche Milch­straße zurückzukehren, stoßen sie auf die Welt der Kenporim …

Autoren: Jan Gardemann, Achim Mehnert und Nina Morawietz; nach dem Exposé von Ben B. Black.

Hardcover, 272 Seiten
Herausgegeben von Ben B. Black
Unitall Verlag
EUR 16,90

Weitere Infos beim Verlag: http://www.hjb-shop.de/ren-dhark/weg/68.htm

Rezension: „Die Krone der Sterne“ von Kai Meyer

Kai Meyer ist einer der bekanntesten und erfolgreichsten deutschen Fantasy-Autoren. Mit „Die Krone der Sterne“ legt er im Rahmen des recht neuen SF-Programms von Fischer TOR seinen ersten SF-Roman vor.

Zunächst ein Wort zur Ausstattung des Bandes: Opulent. Das Cover glänzt in Bronze auf edlem Blau, die Seiten bis zum eigentlichen Beginn des Romans sind außergewöhnlich ansprechend illustriert. Diese Bilder tragen durchaus dazu bei, sich die ungewohnten Konstruktionen, die im Roman vorkommen, richtig vorzustellen.

Zur Geschichte: Die junge Adelige Iniza ist die Auserwählte der Gottkaiserin, aber da das eine mehr als zweifelhafte Ehre ist, entzieht sie sich dem Zugriff der Hexen, die sie mit ihrer Weltraum-Kathedrale abholen wollen. Auf ihrer Flucht trifft sie einen grummeligen Waffenmeister, ihren aufrechten Geliebten, eine Alleshändlerin und später eine mysteriöse Androidin, die gerne nackt (seufz) durchs All schwebt. Diese bunte Truppe unternimmt dann gemeinsam alles, um vor der bösen Hexe Setembra auf einen versteckten Piratenplaneten zu flüchten.

Klingt wie ein rasantes Weltraumabenteuer? Genau das ist es. Raumschiffe und Blaster ballern mit bunten Laserbolzen, verstecken sich in abgewrackten Raumstationen und passieren dabei verfallene Hypersprungtore. Da die Figuren nicht unbedingt übereinstimmende Ziele verfolgen, gibt es den einen oder anderen Konflikt in der Truppe, so dass unter dem Strich kaum eine Gelegenheit bleibt, um Atem zu holen.

Der Roman verarbeitet bekannte und beliebte Elemente einer Space Opera: diverse Raumschiffe, fremdartige Artefakte, schrullige Typen, jede Menge Kanonenfutter, und nicht zuletzt ungeklärte Verwandtschaftsverhältnisse („Ich bin dein Vater, Luke!“). Ja, Anleihen an Star Wars sind nicht nur offensichtlich – bisweilen kommt man sich vor, als säße man im Kino vor einem hypothetischen Spinoff der berühmten Saga. Denn genau so ist der Roman gestaltet. Sehr visuell geschrieben, voller Cliffhanger, mit Szenen, die man sofort vor den Augen hat. Indem sich Meyer ausgiebig bei der einschlägigen Popkultur bedient, gelingt es ihm, einen krachenden Popkorn-Eventmovie in Buchform vorzulegen.

Leider übernimmt er dabei auch die hinlänglich bekannten Nachteile, insbesondere bleiben Plausibilität und Logik öfter mal auf der Strecke, von physikalischen Gesetzen gar nicht zu reden. Wer aufmerksam liest, bemerkt ganz genau, wie der Autor die Handlung konstruiert hat. Sie wirkt deshalb nicht natürlich, nicht lebendig. Die Figuren fühlen sich keinen Moment lang authentisch an, sondern wie Schauspieler, die versuchen, die ihnen zugedachte Rolle auszufüllen.

Wen das nicht stört, wer beim Lesen abschaltet, wird bis zum Schluss bestens bedient mit überraschenden Wendungen und flotter Action. Freilich muss man sich um die Hauptfiguren keine Sorgen machen. Dies ist nicht die Sorte Buch, in dem Handlungsträger einer der vielen Gefahren, denen der Autor sie aussetzt, auch mal zum Opfer fallen. Wer mehr von einem SF-Roman erwartet als bunte Action, der wird möglicherweise enttäuscht. Es gibt keine kreative Alien-Biologie (eigentlich überhaupt keine nennenswerten Aliens), einen einzigen etwas ungewöhnlichen Planeten (der Rest findet im Weltraum bzw. Raumschiffen oder -stationen statt), es fehlt völlig an sozialen Fragen, ethischen oder moralischen Themen, Anregung zum Nachdenken. Dabei hätte es durchaus Anknüpfungspunkte für etwas Anspruch gegeben.

Fazit: Perfekt inszenierte Unterhaltung, aber ohne Tiefgang.

Unterhaltung: 

Anspruch: 

Originalität: 

Kurd-Laßwitz-Preis: Die Nominierungen

Heute wurden die Nominierungen zum Kurd-Laßwitz-Preis bekanntgegeben.

Hier die Nominierungen der beiden wohl wichtigsten Kategorien:

Bester deutschsprachiger SF-Roman mit Erstausgabe 2016:

  • „Moonatics“ von Arne Ahlert
  • „Omni“ von Andreas Brandhorst
  • „Der Bahnhof von Plön“ von Christopher Ecker
  • „Helix – Sie werden uns ersetzen“ von Marc Elsberg
  • „Alles außer irdisch“ von Horst Evers
  • „Sternentor“ von Matthias Falke
  • „Im Nebel kein Wort“ von Frank Hebben
  • „Vektor“ von Jo Koren
  • „Das Universum nach Landau“ von Karsten Kruschel
  • „Unsterblich“ von Jens Lubbadeh
  • „Blumen vom Mars“ von Gabriele Nolte
  • „Ein neuer Himmel für Kana“ von Karla Schmidt
  • „Babylon“ von Thomas Thiemeyer

Beste deutschsprachige SF-Erzählung:

  • „Die Stadt der XY“ von Dirk Alt
  • „Suicide Rooms“ von Gabriele Behrend
  • „Acapulco! Acapulco!“ von Andreas Eschbach
  • „Vor dem Fest oder Brief an Mathilde“ von Marcus Hammerschmitt
  • „Das Netz der Geächteten“ von Michael K. Iwoleit
  • „Thuban“ von Hubert Katzmarz
  • „Emukalypse“ von Niklas Peinecke

Alle weiteren Nominierungen finden sich auf der offiziellen Homepage.

Die Ergebnisse werden im Juni bekanntgegeben, und die Preisverleihung ist im November in Dresden beim PentaCon.

Neu: Bibliographie der deutschsprachigen Science Fiction und Fantasy 2015

Wir sind uns offen gesagt nicht ganz sicher, wer sich im Jahr 2017 eine 470 Seiten starke, 24,90 EUR teure Bibliographie über Titel des vorvergangenen Jahrs ins Regal stellt, aber das dicke Hardcover macht sich wirklich gut, und für Sammler ist der Band sicher ein Muss. Gut, dass der Atlantis-Verlag diesen Bedarf bedient. Der von Christian Pree herausgegebene Band ist ab sofort überall bestellbar.

Mehr Infos beim Verlag

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