Sylvana Freyberg

Informationen zum Autor

Name: Sylvana Freyberg
Angemeldet seit: 18. August 2016

Aktuelle Beiträge

  1. Rezension: „Friesisches Inferno“ von Peter Gerdes — 26. Juli 2017
  2. Rezension: „Die Welten der Skiir 2 – Protektorat“ von Dirk van den Boom — 15. Juli 2017
  3. Rezension: „Helix“ von Marc Elsberg — 21. Juni 2017
  4. Rezension: „Die Welten der Skiir – Prinzipat“ von Dirk van den Boom — 5. April 2017
  5. Rezension: „Vektor“ von Jo Koren — 21. März 2017

Liste der Autorenbeiträge

Rezension: „Friesisches Inferno“ von Peter Gerdes

Wie sich die Welt nach einer globalen Katastrophe verändert und die Menschheit ums Überleben kämpft, ist keine neu erfundene Geschichte. Vieles wurde schon einmal erzählt: Mutanten, Bandenkriege und neue–alte Gemeinschaftsstrukturen. Aber der Ort, an dem dies alles geschieht, ist neu. Friesland. Gerade für Leser, die sich dort auskennen, ist das Buch besonders lesenswert.

Engel ist verschwunden. Gander, ihr Bruder, und Helm, der sich für beide verantwortlich fühlt, machen sich auf den Weg durch Friesland, um sie zu suchen. Sie folgen verschiedenen Spuren und sind ständig tödlichen Gefahren ausgesetzt. Gefahr droht nicht nur von umherziehenden Banden, sondern die Tiere und Pflanzen haben es auch auf sie abgesehen. Die Natur ist nach der globalen Katastrophe nicht mehr so friedlich in Norddeutschland, wie wir sie kennen. Es gibt jetzt Menschen mit besonderen Fähigkeiten, auch Engel und Gander gehören zu diesen. Und so jemand hat auch Engel entführt, um Ihre Fähigkeiten auszunutzen und noch mächtiger zu werden. Er manipuliert sie und orchestriert kriegerische Auseinandersetzungen zwischen den Gemeinschaften. Diese Verkörperung des Bösen muss Helm besiegen, um seine Heimat zu retten. Sie finden Engel und verlieren sie wieder. War ihre Reisen umsonst? Nein, denn Helm erfährt den Grund für die Katastrophe und die Ursache für die veränderte Natur, die diese mit sich brachte.

Auf ihrer Reise denkt Helm oft an seine Kindheit zurück, die Zeit vor der Katastrophe. Er vergleicht, kritisiert und man bekommt den Eindruck, dass das Leben in dieser von Gewalt bestimmten Welt viel besser ist. Manches in der Handlung ist leider nicht so recht nachvollziehbar, zum Beispiel bei der Heimkehr von Helm sind ihm nur eine Handvoll Leute von dort mit Namen bekannt. Die Gemeinschaft dort kann aber nicht so groß sein, dass nicht jeder jeden kennt und außerdem hat er sein ganzes Leben dort verbracht. Die Geschichte ist gut geschrieben und Leser, die die Orte und Eigenheiten der Friesischen Menschen kennen, finden bestimmt die eine oder andere amüsante Stelle.

Fazit: kurzweilige Friesische Endzeitstory

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Rezension: „Die Welten der Skiir 2 – Protektorat“ von Dirk van den Boom

Bunt und vielschichtig ist das Universum in dem die Skiir herrschen. Gekonnten werden die im ersten Band „Das Prinzipat“ (Gewinner des Deutschen Science Fiction Preises 2017) eingeführten komplexen Handlungsstränge in diesem zweiten Teil fortgeführt.

Wir erfahren, dass der Zerstörer ein Hatta-Artefakt mit einem Bewusstsein ist. Das Patronat aktivierte den Zerstörer mit dem Ziel, eine Drohkulisse aufzubauen, um dann als Retter dazustehen und sich dadurch im Machtgefüge des Imperiums eine bessere Position verschaffen zu können. Nach der Vernichtung der Sternenstation (siehe Band 1) wird Eder unfreiwillig zum Herold des Zerstörers und rettet so seine Alienfreunde und Kollegen, die der Zerstörer nach dem Angriff gefangen genommen hatte. Yolana war jedoch nicht unter diesen Gefangenen. Sie erwacht auf Pendora und deckt Experimente zur Personenkontrolle auf, kann aber fliehen und dem Rest der menschlichen Delegation von den Experimenten und von der schwarzen tödlichen Masse erzählen, die für viele Tote auf Pendora verantwortlich ist. Der alte Skiir, der die Widerstandskämpfer begleitet, verfolgt seine ganz eigenen Pläne mit dem Zerstörer. Und Inspektor Markensen lernt mehr über sich selbst und seine ungewöhnliche Herkunft. Kann der Zerstörer mit einem zweiten Hatta-Artefakt ausgeschaltet und die Bedrohung durch ihn abgewendet werden? Eine Jagd nach diesem zweiten Artefakt beginnt und jede Seite versucht, es in die Hände zu bekommen, um den Zerstörer und seine Waffen beherrschen zu können. Der Präsident der Menschen will mit Hilfe des Zerstörers, die Erde von der Skiir-Herrschaft befreien. Die Widerstandsgruppe hat ein ähnliches Ziel: Zerschlagung des Skiir-Imperiums. Am Ende dieses Bandes treffen sich alle Partien im Zerstörer, um zu verhandeln: der Präsident, Eder als Stimme des Zerstörers und die Widerstandsgruppe.

Die meisten Fragen, die nach dem Lesen des ersten Bandes offen blieben, klären sich. Zusammenhänge werden deutlicher, die vorher nur angedeutet wurden. Allerdings bleiben am Ende dieses Bandes kaum unbeantwortete Fragen zurück. Trotzdem bleibt es spannend. Wir erfahren wahrscheinlich erst im nächsten Teil, was mit den Hatta-Artefakten geschehen wird und ob das Skiir-Imperium auseinander bricht. Was passiert dann mit der Erde? Wie schon im ersten Band, erschweren auch hier die schnellen und vielen Wechsel der Erzählstränge das flotte Lesen. Leider wird dadurch die Handlung erst nach vielen Seiten deutlich nachvollziehbar.

Fazit: gelungene Fortführung des ersten Bandes

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Rezension: „Helix“ von Marc Elsberg

Was tust Du, wenn der Kinderwunsch unerfüllt bleibt und dir ein verlockendes Angebot gemacht wird, mit dem du dir dein Kind designen kannst? Wie würden diese Kinder die Welt wahrnehmen? Mit diesen Fragen beschäftigt sich der neuen Roman von Marc Elsberg.

Die Geschichte beginnt mit einem gezielten Anschlag auf den US Außenminister. Die Untersuchungen ergeben, dass ein optimierter Virus, angepasst an seine Gene, den Tod verursacht hat. Jill, eine Studentin, verschwindet und hinterlässt eine Warnung vor einem gewissen Gene. Genmanipulierter Mais und Veränderungen an Nutztieren in abgelegenen, unter Dürre leidenden Gegenden der Erde stellen den Leser vor weitere Fragen. Wer ist dafür verantwortlich? Und dann ist da noch das Institut „New Garden“, in dem Kinder mit außergewöhnlichen Fähigkeiten verzweifelten kinderlosen Paaren vorgeführt werden. Schließlich werden Pläne aufgedeckt, die die Zukunft der Menschheit beeinflussen und das nicht unbedingt auf positive Weise.

Die Geschichte ist temporeich und weist nur wenige, ruhige Passagen auf. Man erfährt viel über Genmanipulation, was ab und an etwas zu theoretisch wird, aber dennoch gut vom Autor recherchiert ist. Dementsprechend erscheint einem zwar einerseits die detaillierte Schilderung der Genmanipulation durchaus plausibel, andererseits geht sie nicht über den derzeitigen Stand der Wissenschaft hinaus. Auch ethische Fragen im Zusammenhang mit Genmanipulation werden im Laufe der Handlung diskutiert.

Es ist schade, dass man nach der Hälfte des Buches ahnt, wie es weiter geht und wie alles enden wird. Die Herangehensweise erinnert doch sehr an amerikanische Filme. Eine nicht so geradlinige Handlung mit der einen oder anderen überraschenden Wendung hätte dem Werk gut getan.

Fazit: nette Unterhaltung, aber keine wirklich neuen Ideen.

Unterhaltung: 

Anspruch:

Originalität:

Rezension: „Die Welten der Skiir – Prinzipat“ von Dirk van den Boom

Vor 200 Jahren wurde die Frage, ob wir allein im Universum sind, endgültig beantwortet. Eine übermächtige Alienrasse, die Skiir, startete eine Invasion der Erde, die nach kurzen, aber heftigen Kämpfen vorüber war. Die Herrscher der Galaxis hatten einen weiteren Planeten erobert. Sie verboten die Technik und übernahmen die Kontrolle der Polizei, der Verwaltung und der Religion. Diese Dreiteilung gibt es auch in der Gesellschaft der insektenähnlichen Skiir: das Protektorat, das Prinzipat und das Patronat. Es folgte eine komplette Isolierung der Erde, kein Kontakt zu anderen Planeten und kein technischer Fortschritt.

Wir lernen im Verlauf der Handlung, dass jede Gruppierung der Skiir eigene Ziele verfolgt. Und mittendrin befinden sich die Menschen. Nach der langen Isolation darf endlich eine kleine Gruppe von Menschen unter der Führung der Skiir die ersten Schritte zur Eingliederung in die Gemeinschaft der Außerirdischen unternehmen. Sie machen sich auf den Weg zur Sternenstation, dem Verwaltungszentrum der Skiir. Dort treffen sie auf viele sehr verschiedenartige Bewohner der Galaxis. Zu dieser ausgesuchten Gruppe gehören der Botschafter Flokhart Eder (er macht eine erstaulich Verwandlung durch), seine Assistentin Bixa Li (die mehr als eine Assistentin ist), eine menschliche Vertreterin des Patronats Yolana (sie ist fanatisch den Skiir ergeben) und ein Wissenschaftler. Vor dem Abflug wird jedoch der ursprünglich ausgewählte Wisenschaftler, Dr. Torgen, ermordet. Das Motiv für den Mord ist eines der Rätsel in dieser Story. Außerdem greift eine starke unbekannte Macht den Planeten der Auleli an. Die Königin wird bei diesem Angriff getötet und somit ein ganzes Volk ausgelöscht, da nur sie für Nachwuchs sorgen kann. Wer ist für den Genozid verantwortlich? Auch die Skiir sind erschrocken über diese Tat. Und wir treffen noch auf eine Widerstandsgruppe, die im Geheimen gegen die Skiir agiert. Gehören die Aliens, die auf der angeblich isolierten Erde entdeckt werden, auch dazu? Und was sind das für schwarze, blitzschnelle und tödliche Schatten, die es dem Investigator schwer machen, den Mord von Dr. Torgen aufzuklären, der im Übrigen kein Mensch war. Und diese Schatten greifen dann auch noch die Sternenstation an. Gehören sie zu einem geheimen Projekt der Skiir und wenn ja, zu welcher Fraktion?

Endlich mal ein schönes Weltraumabenteuer, bei dem nicht gleich ersichtlich ist, was als nächstes passiert. Mehrere Handlungsstränge führen uns in eine komplexe Welt von Morden, Intrigen und Geheimnissen. Eine bunte Vielfalt an Außerirdischen und reichlich Action halten die Spannung bis zum Schluss. Die Handlung ist soweit schlüssig. Der Cliffhanger am Ende dieses ersten Bandes verlangt nach der Fortsetzung. Warum kam es zu internen Machtkämpfen zwischen den so mächtigen Skiir und was für eine Rolle spielen die Menschen in dem Ganzen?

Rezension: „Vektor“ von Jo Koren

Dr. Alpha Novak ist Ärztin auf der Raumstation Eris TKS, die sich auf einer Umlaufbahn um den Mars befindet. Das Leben dort ist sehr beengt. Viel Platz und Ablenkung vom täglichen Geschäft gibt es nicht. Aber sie hat sich für fünf Jahre verpflichtet, hier unter nicht ganz idealen Bedingungen zu arbeiten.

Sie ist eine engagierte Ärztin, die nicht abgestumpft ist, denn sie möchte helfen. Auch dem Patienten, der mit einem defekten Herzimplantat in ihre Praxis kommt. Ein altes Modell, doch die Software kann repariert werden und dem Patienten geht es wieder gut. Trotzdem sollte das Implantat bald ausgewechselt werden. Als sie ihn in seiner Unterkunft aufsucht und ihn in die Klinik bittet, scheint er aber sehr verwirrt zu sein. Er spricht in seiner Muttersprache. Scheint zu träumen. Ein weiterer Check, auch des Hirnimplantates, wirft einige Fragen auf. Denn ebenfalls dieses scheint defekt zu sein.

So gut wie alle Menschen haben zu der Zeit, in der die Geschichte spielt, Hirnimplantate zur Leistungssteigerung. Immer mehr Fälle von Gedächnisausfällen treten auf. Und dann spielt die Raumstation verrückt. Es gibt Probleme mit der Gravitation und zu alledem wird auch noch der Cheftechniker ermordet aufgefunden. Nebenbei erfährt man, warum Alpha auf der Station ist und was es mit ihrem Gehilfen Kit, einem Schimpansen, auf sich hat, der ebenfalls ein Hirnimplantat zur Intelligenzsteigerung besitzt. Während sich die Ärztin auf die Suche nach dem Problem macht, erfahren wir viel über Hirnforschung.

Die Geschichte verpackt sehr gut, wohin sich diese Forschung entwickeln kann und sie befasst sich außerdem mit den heiklen ethischen Fragen. Was passiert mit den intelligenteren Menschenaffen, die zu Testzwecken Hirnimplantat bekamen? In der Story bekommen diese eigene Rechte zugesprochen und können sogar einen Beruf ergreifen. Trotzdem finde ich es unglaubwürdig, dass es die ganze Zeit keine Viren in der Software der Hirnimplantate gab. Es gibt immer Menschen, die hier mit einem Eingriff eine Möglichkeit zur Manipulation von Menschen ausnutzen würden oder es einfach nur tun, weil sie es können. Ein spontanes, natürliches Auftreten eines solchen Virus ist da eher fragwürdig.

Störend für den Lesefluss waren die zum Teil sehr kurzen Kapitel. Besser wären hier vielleicht Abschnitte gewesen, um große Brüche zu vermeiden.

(Anm. d. Red.: Wir haben bereits eine Rezension zu diesem Buch veröffentlicht, aber diese hier hat einen anderen Blickwinkel auf das Buch, das mittlerweile auch für den DSFP nominiert wurde)

Infos beim Verlag

Rezension: „OMNI“ von Andreas Brandhorst

In dieser Geschichte geht es um die Frage, was wichtiger ist: Das Leben vieler oder das einer einzelnen Person. Und da diese Frage nicht neu ist, ahnt man schon sehr früh, wohin die Reise führt.

Forrester lebt mit seiner Tochter Zinnober auf einem Planeten weitab von allem bis ihn eines Tages die Vergangenheit einholt. Er soll für seinen früheren Arbeitgeber, die Agentur, einen 10000jährigen Menschen namens Aurelius entführen. Es geht mal wieder um Macht. Benedict, das Oberhaupt dieser Agentur, hat viel und will noch viel mehr. Er will sich mit den OMNI angelegen. Die OMNI sind ein Zusammenschluss von Superzivilisationen, der die Macht über die Michstraße hat. Die Menschen sollen endlich dazu gehören und da trifft es sich gut, dass er eine entsprechend starke Waffe in seinen Besitz bringen konnte, das Artefakt. Mit dem kann er den Omni drohen. Auch wenn bei seinen Aktionen Menschen sterben, ist das für ihn nur Nebensache. Benedict verkörpert all das Böse und Schlechte im Menschen in geballter Form. Man kann sich kaum vorstellen, dass jemand wirklich so wie er handeln würde. Forrester soll ihm dabei gegen seinen Willen helfen und er macht sich auf den Weg, um Aurelius zu treffen. Vielleicht muß er ihn nicht entführen und kann eventuell sogar helfen. Mit 10000 Jahren Lebenserfahrung und der Technik der Omni in der Hand, kann man doch bestimmt so einiges bewerkstelligen. Auf dem Weg zum Treffen wird jedoch Forresters Tochter Zinnober entführt. Jetzt muß er sich entscheiden: Hilft er, die drohende Gefahr, die vom Artefakt ausgeht, zu bekämpfen oder hilft er seiner Tochter?

Wir erleben wie er sich, natürlich, für seine Tochter entscheidet und Aurelius schließlich doch von Benedict gefangen wird. Unfreiwillig weckt Aurelius das Artefakt und die Zerstörung beginnt.

Es ist schwer verständlich, warum Aurelius und der alte Mentor von Forrester kein Verständnis für Forresters Angst um seine Tochter haben. Auch hier sind die Handlungsmotive nicht immer ganz nachvollziehbar. Trotzdem ist die Geschichte nett zu lesen. Es gibt viele Aliens, intelligente Raumschiffe, noch fortschrittlichere Wesen, eine Superzivilisation. Der Roman ist ein nettes Weltraumabenteuer.

Rezension: „Die Verteidigung des Paradiese“ von Thomas von Steinaecke

Im ersten Teil des Romans lernen wir eine kleine Gruppe von Menschen kennen, die zusammen auf einer idyllischen Alm leben. Zwar hat jeder seine Eigenheiten, aber im Grunde kommen alle gut miteinander aus. Das Wetter ist immer ideal und das Land wird gemeinschaftlich bewirtschaftet. Heinz, ein Teenager und jüngstes Gruppenmitglied, fühlt sich dazu berufen, das Leben auf der Alm für die Nachwelt festzuhalten und schreibt die täglichen Begebenheiten als Tagebuch auf. Es stellt sich heraus, dass es in Deutschland zu einer Katastrophe kam und nur, weil die Alm, ein früheres Urlaubsresort, unter einem Schutzschirm ist, konnte diese kleine Gruppe dort die letzten Jahre überleben. Doch nach und nach kommt es auch in dieser heilen Welt zu Störungen. Eines Tages fällt der Schutzschirm schließlich ganz aus und die Gruppe muss das Resort zu verlassen, um woanders Schutz zu suchen, möglicherweise in einem Auffanglager. Ob diese nach so langer Zeit noch existieren, ist jedoch unklar. Ihnen bleibt aber keine Wahl. Wollen sie überleben, müssen sie ihr Paradies verlassen. So begeben sie sich auf eine lange Wanderung durch verseuchte Gebiete. Das Wasser und die Nahrung sind knapp und die Gefahren von umherziehenden Banden oder auch nur normalen Familien, die ebenfalls um ihr Überleben kämpfen, ist sehr groß. Alles ist zerstört und verlassen. Sieht es überall auf der Welt so aus?

Heinz schreibt alles auf. Er liebt Worte, kreiert neue und zelebriert das Aufsagen von Altworten aus der Zeit vor der Katastrophe, die er von den anderen gelernt hat. Der Erklärungsversuch, wie er als Kind das Lesen und Schreiben gelernt hat, war jedoch nicht überzeugend. Auf der Alm gab es keine Bücher und kaum Papier. Oder liegt die Erklärung in der Tätowierung, die er als einziger hat?

Die Geschichte fing vielversprechend an und die Handlung wurde größtenteils schlüssig erzählt. Auch die Spannung blieb eine ganze Weile erhalten. Schaffen sie es, sich zu retten oder nicht? Eine gute dystopische Geschichte aus der Sicht eines Teenagers. Leider rundet der dritte Teil des Buches die Geschichte nicht sinnvoll ab. Dadurch verliert sie wesentlich an Kraft.

Rezension: „Der Brennende Rabe“ von Guido Krain und anderen

Band 2 der O.R.I.O.N. Space Opera
Der zweite Band begeistert wie der erste mit viel Aktion und lockeren Sprüchen, wobei sich die Handlung zum großen Teil auf den lustigen Eskapaden von Pali konzentriert sowie auf den Cyborg Lorn und seinen implantierten Computer Lynx, der für jede Lage die richtige Kampfstrategie anbietet, auch zu den unpassendsten Momenten.
Die EOS folgt einem Notsignal und gerät bei der Suche nach dessen Ursprung in Schwierigkeiten. Ein fremder Planet, verschwundene Siedler und ein größenwahnsinniger Kommandant machen es dem Kapitän nicht leicht, das Rätsel um das Notsignal zu lösen. Also wieder ein Leseabenteuer, auf das man sich liebend gern einlässt.
Allerdings würde ich mir für die nächsten Bände ein paar mehr männliche Crewmitglieder wünschen, die ebenfalls wie die weiblichen in ihrer Rolle überzeugen. Jedenfalls endet dieser Band mit einem schönen Cliffhanger, bei dem einem nichts anderes übrig bleibt, als den nächsten Band zu bestellen. Ich bin gespannt, wie sich Pali und Lorn aus der brenzlichen Situation retten werden.
Fazit: vier Sterne

Rezension: „Funken der Unendlichkeit“ von Guido Krain und anderen

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Die Serie O.R.I.O.N. Space Opera ist ein vielversprechendes Gemeinschaftsprojekt von mehreren Autoren. Sie bietet mit ihrem ersten Band “Funken der Unendlichkeit” spannende und actionreiche Unterhaltung mit genau der richtigen Menge Humor. Der pinke Hase im Kampfanzug auf dem Cover ist schon ein Hinweis auf den Humor, der sich durch die Geschichte zieht. O.R.I.O.N. steht für Outer Rim Intelligence Organization of Niobe und hat nichts mit dem Serienklassiker zu tun.

Der erste Band ist ein rasanter Einstieg in das Universum. In vier Novellen werden das Raumschiff und die Crew vorgestellt. Wir lernen den charismatischen Kapitän kennen und erfahren mehr über die Vorzüge und die herrschenden Vorurteile gegenüber Cyborgs und Klonen. Es soll auf eine lange Reise gehen, aber der Grund und das Ziel der Mission bleiben geheim. Schon der Einzug der Besatzung in das neue Schiff und der Jungfernflug sind nicht ohne Gefahren. Warum die Mission sabotiert wird, erfährt man in diesem Band aber noch nicht. Es bleibt spannend.

Für Fans der Space Opera ist der erste Band auf jeden Fall zu empfehlen. Es gibt Action, witzige Sprüche und außergewöhnliche Crewmitglieder. Hier fallen besonders die weiblichen Mitreisenden mit ihren exotischen Haut- und Haarfarben auf. Lange Beschreibungen von Details, wie zum Beispiel des Schiffausbaus oder wie der Antrieb funktioniert, brechen nicht den Lesefluss. Es wird mehr Wert auf die Story und die Interaktion zwischen den Akteuren gelegt. Die Charaktere sind etwas überzeichnet und der häufige Wechsel in der Erzählperspektive sind gewöhnungsbedürftig. In der zweiten Novelle wurde dieser Wechsel sogar noch gesteigert. Die zwei Zeitschienen mit je zwei Erzählperspektiven und den schnellen Sprüngen sind anstrengend, aber sie ergeben durchaus Sinn. Insgesamt erfährt man nicht viel über die Hintergründe des Universums. Aber da das erst die Einführung ist, bleibt zu hoffen, dass man in den nächsten Bänden mehr darüber erfahren wird.

Fazit: Als Einführungsband zu einer Serie ist diese Novellensammlung sehr gelungen. Er macht Lust auf mehr.

Wertung-4-Sterne

Rezension: „Das Universum nach Landau“ von Karsten Kruschel

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Ein Roman in Dokumenten und Novellen.

Jede Novelle erzählt eine mehr oder weniger in sich abgeschlossene Geschichte. Ohne den Rückentext gelesen zu haben, wirken die Geschichten zunächst ziemlich zusammenhanglos und deshalb erschließt sich nur im Nachhinein der Rote Faden in der Zusammenstellung der Dokumente und Novellen: die Evolution des Menschen, getrieben von immer größeren Hindernissen, die das Universum ihm entgegenstellt.

Der sehr gute Schreibstil des Autors ermöglicht es bei den längeren Texten schnell in die Geschichte einzusteigen und man würde gern mehr erfahren. Sie beginnen meist interessant und spannend, aber bei einigen drängt sich der Verdacht auf, dass sie schnell beendet werden mussten oder der Fokus verschob sich während der Erzählung. Zum Beispiel bei der Geschichte Weiß: Der Ausweg Blanch. Hier wird am Anfang die Liebe zwischen den beiden Protagonisten in den Vordergrund gestellt, aber bald schon geht die Frau aufgrund eines Selbst-Experimentes mit beachtlichen Folgen ihren eigenen Weg und den Mann scheint das gar nicht zu berühren. Irgendwie fehlt hier etwas.

Als ergänzende Geschichtensammlung zu den anderen Büchern aus dem Universum dieses Autors ist das Buch wahrscheinlich zu empfehlen. Auch wenn man die einzelnen Texte als separate Kurzgeschichten betrachtet (die z.T. bereits in Magazinen erschienen sind), hat man durchaus Spaß an der Beschreibung der technischen Möglichkeiten und den Begegnungen mit fremden Lebensformen. Trotzdem stellt sich die Frage, ob die Ideen vielleicht zu groß für kurze Novellen sind und deshalb das bloße Umreißen den Leser am Ende unbefriedigt zurück lässt.

Wertung-3-Sterne