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Rezension: „Die Welten der Skiir 2 – Protektorat“ von Dirk van den Boom

Bunt und vielschichtig ist das Universum in dem die Skiir herrschen. Gekonnten werden die im ersten Band „Das Prinzipat“ (Gewinner des Deutschen Science Fiction Preises 2017) eingeführten komplexen Handlungsstränge in diesem zweiten Teil fortgeführt.

Wir erfahren, dass der Zerstörer ein Hatta-Artefakt mit einem Bewusstsein ist. Das Patronat aktivierte den Zerstörer mit dem Ziel, eine Drohkulisse aufzubauen, um dann als Retter dazustehen und sich dadurch im Machtgefüge des Imperiums eine bessere Position verschaffen zu können. Nach der Vernichtung der Sternenstation (siehe Band 1) wird Eder unfreiwillig zum Herold des Zerstörers und rettet so seine Alienfreunde und Kollegen, die der Zerstörer nach dem Angriff gefangen genommen hatte. Yolana war jedoch nicht unter diesen Gefangenen. Sie erwacht auf Pendora und deckt Experimente zur Personenkontrolle auf, kann aber fliehen und dem Rest der menschlichen Delegation von den Experimenten und von der schwarzen tödlichen Masse erzählen, die für viele Tote auf Pendora verantwortlich ist. Der alte Skiir, der die Widerstandskämpfer begleitet, verfolgt seine ganz eigenen Pläne mit dem Zerstörer. Und Inspektor Markensen lernt mehr über sich selbst und seine ungewöhnliche Herkunft. Kann der Zerstörer mit einem zweiten Hatta-Artefakt ausgeschaltet und die Bedrohung durch ihn abgewendet werden? Eine Jagd nach diesem zweiten Artefakt beginnt und jede Seite versucht, es in die Hände zu bekommen, um den Zerstörer und seine Waffen beherrschen zu können. Der Präsident der Menschen will mit Hilfe des Zerstörers, die Erde von der Skiir-Herrschaft befreien. Die Widerstandsgruppe hat ein ähnliches Ziel: Zerschlagung des Skiir-Imperiums. Am Ende dieses Bandes treffen sich alle Partien im Zerstörer, um zu verhandeln: der Präsident, Eder als Stimme des Zerstörers und die Widerstandsgruppe.

Die meisten Fragen, die nach dem Lesen des ersten Bandes offen blieben, klären sich. Zusammenhänge werden deutlicher, die vorher nur angedeutet wurden. Allerdings bleiben am Ende dieses Bandes kaum unbeantwortete Fragen zurück. Trotzdem bleibt es spannend. Wir erfahren wahrscheinlich erst im nächsten Teil, was mit den Hatta-Artefakten geschehen wird und ob das Skiir-Imperium auseinander bricht. Was passiert dann mit der Erde? Wie schon im ersten Band, erschweren auch hier die schnellen und vielen Wechsel der Erzählstränge das flotte Lesen. Leider wird dadurch die Handlung erst nach vielen Seiten deutlich nachvollziehbar.

Fazit: gelungene Fortführung des ersten Bandes

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Rezension: „Junktown“ von Matthias Oden

Junktown von Matthias Oden

Mit „Junktown“ legt Matthias Oden im Heyne Verlag seinen ersten Roman vor.

Die „Konsumrevolution“ hat vor vielen Jahren das alte System weggespült. Jetzt sind Drogen nicht nur legal, sondern der Rausch ist Pflicht. Regelmäßig müssen die Bürger Blutproben abgeben, und wer bei zu wenig Drogenkonsum erwischt wird, wandert in eine „Sozialhygiene“-Einrichtung oder gleich in den „Recyclinghof“. Wer praktisch dauernd auf einem Trip ist, kann natürlich nicht besonders gut arbeiten, deshalb übernehmen Maschinen die unangenehmen Pflichten. Zum Beispiel Produktion von Nachwuchs: um den kümmern sich riesige, intelligente Maschinen namens Brutmutter. Und eine davon wird zu Beginn der Handlung tot aufgefunden. Offenbar ermordet. Inspektor Solomon Cain, ein erfahrener Polizist der Gemapo (Geheime Maschinenpolizei) und gealterter Held der Revolution, übernimmt die Ermittlungen. Er kommt schnell dahinter, dass es hier um viel mehr geht als um einen Mord aus Leidenschaft. Als das Rauschsicherheitshauptamt auf den Plan tritt, geraten die Dinge außer Kontrolle.

Der Autor legt mit seinem Debütroman eine erfindungsreiche Dystopie vor, die – schon durch die der DDR und dem Drittem Reich entlehnten Begriffe ersichtlich – keinen Zweifel daran aufkommen lässt, wie die Rollen von Gut und Böse verteilt sind. Man fragt sich unweigerlich, wie ein System, in dem der Rausch ein erzwungener (Dauer-)Zustand ist („Alle Macht den Drogen!“), wenn man nicht gerade einen ABS (Abstinenzberechtigungsschein) besitzt, überhaupt wirtschaftlich und verwaltungstechnisch funktionieren kann. Der Autor zeichnet kein vollständiges Bild der Gesellschaft. Vielmehr bedient er sich punktuell verschiedenster Gestaltungselemente, die sich zu einem Gesamtbild fügen. So entstammen die verwendeten uralten Telefone, der mental angeknackste Inspektor und die später auftretende femme fatale eindeutig dem film noir. Die (kurze) Liebesgeschichte hat mich allerdings nicht besonders überzeugt. Moderne Technik gibt es so gut wie gar nicht; entweder gab es nach der Revolution also eine Rückentwicklung oder die Handlung spielt in einer (alternativen) Vergangenheit (eine Jahreszahl wird nicht genannt). Da die Handlung bis zum Ende auf die Perspektive der Hauptfigur beschränkt bleibt, bleibt sehr vieles offen, und als Resultat wirkt die Welt nicht immer völlig authentisch. Gleichzeitig bezieht der Roman seine Spannung zum einen aus dem Kriminalfall (dessen Entwicklung voller Wendungen ist, die man durchaus erahnen kann) und zum anderen aus der Frage danach, wie diese seltsame Gesellschaftsform des Konsumismus eigentlich entstanden ist. Das wird am Schluss tatsächlich aufgeklärt – aber erstens nur in wenigen Sätzen, und zweitens handelt es sich um Informationen, über die der Protagonist die ganze Zeit verfügt, aber nicht mit dem Leser teilt. Letztlich sind alle Entwicklungsschritte der Handlung so konsequent wie düster – bis zum Ende. Man sollte von diesem Buch weder Fröhlichkeit noch ein Happy End erwarten.

Unter dem Strich ist „Junktown“ eine lesenswerte Dystopie mit viel Erfindungsreichtum – und ohne jede Hoffnung.

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

Das war der U-Con

Schade, schon vorbei!

Drei Tage lang war Dortmund der Nabel der europäischen SF-Welt. Klingt übertrieben? Mag sein. Aber wer da war, hat es sicher nicht bereut. Statt länglichem Textbla präsentieren wir euch hier einfach eine U-Con-Bilderstrecke mit launigen Kommentaren. Wohl bekomm’s!

Weithin sichtbar für all die Millionen Autos, die täglich vorbeifahren: Das mit Hilfe von Alien-Levitation aufgehängte Con-Plakat.

 

Am Freitag hielt sich der Andrang in der Börse noch in Grenzen, aber am Samstag brummte das Geschäft. Viele befragte Händler und Verleger waren jedenfalls durchaus zufrieden, zumindest konnten sie sich wohl für 3,90 ein Stück Pizza an der extra aufgestellten Verpflegungs-Raumstation vor der Haustür leisten. (Foto: Norbert Fiks)

 

Ein Mini-Steampunk-Museum, präsentiert von Jürgen Lautner (versteckt im Schatten), der gerne über die Entstehung seiner aufwändigen Miniaturen berichtet, obwohl mit Sicherheit in Wirklichkeit Geheimwissenschaften dahinterstecken, nicht bloß höhere Handwerkskunst.

 

Mehr Steampunk! Warum auch nicht, ist immer cool anzuschauen. Das Amt für AEther-Angelegenheiten stellte Pässe aus, die später auch an Szene-Größen wie Angela und Karlheinz Steinmüller oder Erik Simon ausgehändigt wurden. Danach reisten sie mit unbekanntem Ziel ab.

 

Einer der gut besuchten Präsentationstische in der Börse: Das EXODUS-Magazin (im Bild: Mit-Macher Olaf Kemmler).

 

Abgesehen von Büchern hatte das Team der Serie BIOM ALPHA 3D-gedruckte Raumschiffmodelle dabei (von links: Raumstation, Uwe Post, Uwe Hermann, Frederic Brake), aber leider keine Jeserbeserekkeksar. (Foto: Norbert Fiks)

 

Noch ein Stargast! Autun Pursers Ausstellung, u.a. mit fiktiven Tourismus-Plakaten, war schon allein den Eintritt wert, außerdem stammt von ihm der riesige Alien-Aufsteller mit den Gesichtsausschnitten drin, der weiter unten zu sehen sein wird. (Foto: Norbert Fiks)

 

Der Begriff „Lesung“ klingt immer so nach Einschlaftherapie. Unsinn! Das kapiert man spätestens, wenn man eine der vielen Lesungen des U-Con besuchte, hier beispielhaft Thorsten Küper, verstärkt durch Anja Bagus. (Foto: Norbert Fiks)

 

Der Stargast beim Interview: Andreas Eschbach (links) im Gespräch mit Chairman und Moderator Arno Behrend. Eschbach war ein Star „zum Anfassen“ und stand den Fans auch außerhalb der Veranstaltungen jederzeit zu Gesprächen zur Verfügung. Bloß über seinen nächsten Roman verriet er nichts, und die Perry-Expokraten-Sitzung mit Wim Vandemaan fand an einem geheimen Ort statt (nicht auf dem Spielplatz, wir haben nachgesehen).

 

Gut besuchter Höhepunkt am Freitag war die Zeremonie zur Vergabe des Deutschen Science Fiction Preises. Hier nimmt Dirk van den Boom (links) seine Auszeichnung für den besten Roman „Die Welten der Skiir“ entgegen. Der Preisträger in der Kategorie „Erzählungen“, Michael K. Iwoleit, hatte kurzfristig abgesagt. (Foto: Norbert Fiks)

 

Im wahrsten Sinne des Wortes eine „Night to remember“: Die von Gabriele Behrend bezaubernd (und zweisprachig!) moderierte Freitagabendshow bot viel für’s Auge und Ohr, wenngleich teils ohne direkten SF-Bezug. Ob Hanno Schreibers lyrischer Vortrag (hier im Bild) aussprachemäßig korrekt war, müssen andere beurteilen, wir verstehen leider weder vogonisch noch klingonisch. Lustig war’s allemal, oh zerfrettelter Grunzwanzling! (Foto: Norbert Fiks)

 

Vor Ort für euch (wenn auch nicht ausschließlich in Sachen dsf), von links: Uwe Post (Chefredakteur), Sylvana Freyberg und Axel Kruse (freie Mitarbeiter)

 

Vielen Dank an Norbert Fiks für die zur Verfügung gestellten Fotos!

 

Kurd-Laßwitz-Preis 2017: Die Gewinner

Soeben wurden die Gewinner des Kurd-Laßwitz-Preises bekannt.

Zum besten deutschsprachigen Roman 2016 wählten die Wahlberechtigten „Omni“ von Andreas Brandhorst.

Die beste Erzählung kommt von Gabriele Behrend: „Suicide Rooms“, erschienen im Magazin EXODUS Ausgabe 35.

Einen Sonderpreis gewannen die Organisatoren des MediKon One in Oldenburg, und für sein Lebenswerk wird Herbert W. Franke geehrt.

Alle Details finden sich wie immer auf der Homepage des Kurd-Laßwitz-Preises.

U·Con – Der Vorbericht

Sicher ist es keinem SF-Fan entgangen, dass vom 16.-18. Juni in Dortmund der diesjährige EuroCon, U·Con und Dort.Con steigt – alles gleichzeitig, sozusagen. Wir werden natürlich für alle, die es nicht schaffen, vor Ort sein und einen schmissigen Bericht mitbringen. Einstweilen gönnen wir uns an dieser Stelle einen ausführlichen Blick in die Zukunft!

International
Der U·Con ist international. Es werden zig Gäste aus ganz Europa erwartet. „All lifeforms are welcome“, steht auf der Homepage, und das schließt sicher auch den Plapperkäfer von Traal ein. Hoffentlich hat jeder sein Handtuch dabei! Eine ganze Reihe Programmpunkte wird auf englisch abgehalten, aber auch für Liebhaber der deutschen Sprache gibt es genug zu sehen.

Die Ehrengäste
Natürlich ist auch das Aufgebot an Stargästen (noch) internationaler als sonst üblich in Dortmund. Wir erwarten Aleksandar Ziljak aus Kroatien, in Deutschland vor allem bekannt durch viele in NOVA erschienene Kurzgeschichten. Pünktlich zum U·Con erscheint außerdem eine Storysammlung mit Übersetzungen im Begedia-Verlag. Wohl niemandem vorstellen muss man Andreas Eschbach, mithin der wohl bekannteste und auflagenstärkste deutsche SF-Autor der letzten Jahre.  Ehrengast in Sachen Grafik ist Autun Purser aus Großbritannien, dessen Werke in einer Ausstellung zu bewundern sein werden. Ebenfalls von der Insel kommt Dave Hutchinson nach Dortmund, einer größeren Leserschaft bekannt geworden durch seinen Roman „Europe in Autumn“.

Alle Ehrengäste kommen bei Lesungs-Panels, Interviews und auch den beliebten „Kaffeeklatsch“-Terminen zu Wort. Natürlich sind sie Stars „zum Anfassen“, die die Nähe zu uns Fans nicht scheuen – da ist immer mal eine Signatur oder ein Selfie drin!

Das Programm
In bis zu fünf Schienen läuft an drei Tagen ein volles Programm für jeden Geschmack. Es gibt Lesungen und Vorträge nicht nur von den Ehrengästen, sondern auch von namhaften deutschen und internationalen Autoren und Experten. Um nur einige Namen zu nennen: Charles Stross, Uwe Post, Jürgen Lautner, Thorsten Küper (alle Freitag), Karsten Kruschel, Ju Honisch, Dirk van den Boom, Kai Meyer (Samstag) sowie Regina Schleheck, Robert Corvus und Karlheinz Steinmüller (Sonntag). Ein solches Stelldichein vom Who is Who der deutschen SF hat es wohl lange nicht gegeben. Passend zum Anlass wird europäischen Besuchern außerdem in zahlreichen Panels die deutsche SF nähergebracht, außerdem eine Reihe Diskussionsrunden zu Themen wie Flüchtlinge oder Ernährung. Angekündigt sind ferner ein LARP-Abenteuer, ein Quiz und Aliens zum Mitkneten! Als besonderen Service bieten wir euch zum Download, (https://goo.gl/wR5yz9, oder QR-Code rechts scannen) ein PDF an, das ihr auf euer Smartphone herunterladen könnt, um das Programm jederzeit am Mann zu haben (Danke an Ralf Bodemann!).

Verleihung des DSFP
Einer der Höhepunkte des Programms steigt am Freitag um 17 Uhr. Im großen Saal wird der Deutsche Science Fiction Preis verliehen, und zwar an Michael K. Iwoleit (beste Kurzgeschichte) und Dirk van den Boom (bester Roman).

Abendprogramm
Freitag und Samstag ab 20:00 Uhr steigt jeweils das Abendprogramm. Samstag erleben wir Singh Boncard mit elektronischer Musik aus dem Perry-Universum. Ich bezweifle, dass es der echte Singh aus den Romanen nach Dortmund schafft, aber der Musiker mit dem gleichnamigen Künstlernamen ist ein mehr als adäquater Ersatz. Was uns am Freitagabend unter dem Titel „A night to remember“ erwartet, darüber verraten die Veranstalter bisher nichts. Wir tippen aber darauf, dass Dirk van den Boom mit einer üppigen Tentakelkonkubine den „Time Warp“ tanzt – das würde man garantiert in Erinnerung behalten. Vielleicht wird’s aber noch cooler.

Bücher und mehr
In der „Markthalle“ des Veranstaltungszentrums bauen wieder zahlreiche bekannte Szeneverlage und Clubs ihre Tische auf. Vertreten sind beispielsweise der Begedia-Verlag und der Atlantis-Verlag, letzterer unter anderem mit brandneuen Büchern von Axel Kruse, Uwe Post, Uwe Hermann und Martin Kay, alles frisch aus der Druckerpresse. Natürlich ist der Science Fiction Club Deutschland (SFCD) vertreten außerdem die European Science Fiction Society (ESFS), und auch Fans des gepflegten Steampunk kommen nicht zu kurz. Außerdem können wir verraten, dass das Team der Serie BIOM ALPHA mit einem Tisch vertreten ist und dort nicht nur Bücher präsentiert. Auch wir von dsf sind vertreten, wenn auch nicht mit einem eigenen Tisch, so doch immer unterwegs mit Kameras und offenen Ohren für eure Wünsche oder Kritik. Sprecht uns an!

Fazit
Tut mir leid, aber was soll ich anderes sagen als: Wer nicht kommt, ist selber schuld.

Details
U·Con, 16.-18.6.2017, täglich ab 10 Uhr, Fritz – Henssler – Haus, Geschwister-Scholl-Straße 33 – 37, Dortmund, Innenstadt (10 Min. vom Hbf), http://www.dortmund-in-2017.com. Nachdem die Online-Registrierung inzwischen geschlossen ist, gibt es Tickets nur noch an der Tageskasse (drei Tage 50€, Freitag und Samstag je 20€, Sonntag 15€, Kinder unter 13 frei, Eintritt zur Bücherbörse ist frei).

In eigener Sache: Differenziertere Bewertungen

Die Welt der SF ist bunt und vielfältig. Es gibt Military SF, Space Opera, Dystopien, Alternativweltgeschichten und so weiter. Es gibt anspruchsvolle Leser und solche, die einfach nur gut unterhalten werden wollen.

Wir haben uns gefragt: Werden wir dieser Vielfalt gerecht, indem wir ein Werk mit einer einzigen Sterne-Wertung zwischen 1 und 5 beglücken?

Wohl eher nicht.

Klar, Amazon macht es auch so. Aber mal ehrlich: Eine Rolle Klebeband kann man vielleicht mit einer Einzelwertung fair bewerten (klebt: 5 Sterne, klebt nicht: 1 Stern). Aber ein Buch, ein Spiel, einen Film?

Dabei machen es Fernsehzeitschriften seit Jahrzehnten vor: Sie bewerten Spielfilme in überschaubaren Kategorien wie Anspruch, Action, Humor. Wenn man Lesern dieser Zeitschriften zutrauen kann, dieses Schema zu begreifen, dann euch, den Besuchern unseres Portals, erst recht!

Deshab bewerten wir künftig in unseren Rezensionen nach Kategorien. Die können sich durchaus mal unterscheiden, je nachdem, um was für ein Werk es geht. Anspruch und Unterhaltung sind gesetzt, hinzu kommt bei SF die Kategorie „Originalität“. Wir glauben, dass gute, originelle Ideen ein Markenzeichen der SF sind. Wir sind aber flexibel: Wenn ein Rezensent es für angebracht hält, ein Werk in einer bestimmten Kategorie wie Sprache, Humor oder Erotik (soll es geben!) zusätzlich zu bewerten, kann und wird er das tun.

Wir bemühen uns, nach und nach auch existierende Rezensionen entsprechend aufzubessern. Den Anfang macht die Besprechung von „Die Krone der Sterne“ von Kai Meyer.

Sicher werden die neuen, differenzierten Rezensionen den Werken besser gerecht. Unser Praktikant ist jedenfalls dieser Ansicht:

Diese Änderung ist sinnvoll: 

 

 

Interview mit Jo Koren

Die KLP-Nominierungen sind raus und Jo Koren ist auch hier vertreten, wie schon beim DSFP. Grund genug, die Schriftstellerin anzumailen …

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Neu: „Feuer der Leere“ von Robert Corvus

Der für seine starken Fantasy-Romane bekannte deutsche Autor Robert Corvus legt mit „Feuer der Leere“ eine waschechte Space Opera vor.

Ein Geheimnis, tiefer als die Abgründe der Leere im All
Zwischen den Sternen tobt ein Krieg um tote Welten. Die letzten Menschen fliehen auf Großraumschiffen durch die Galaxis, gejagt von einem erbarmungslosen Feind. Um Nahrungsmittel aufzunehmen, muss die Flotte auf Cochada zwischenlanden, einem Planeten, der überraschende Ähnlichkeit zur Erde aufweist. Doch was bedeutet dieser Kontakt für die Bewohner des Planeten – ihren Untergang oder eine Blüte ihrer Zivilisation? Und während die Menschen um ihre Existenzsicherung kämpfen, ereignet sich auf der SQUID, dem einzigen außerirdischen Raumschiff der menschlichen Flotte, Unglaubliches. Denn die SQUID ist eine riesige Lebensform und Ugrôn, ein Besatzungsmitglied und Priester des Void, lauscht auf den Gesang des Schiffes in seinem Fleisch. Er betritt einen Pfad, den niemals zuvor ein Mensch beschritten hat.

Mehr Infos (und Leseprobe) beim Verlag

Erschienen: Kai Meyer, „Die Krone der Sterne“

Im S. Fischer Verlag ist jüngst dieser neue SF-Roman aus der Feder des bekannten Autors erschienen.

Der Inhalt:

Das galaktische Reich von Tiamande wird von der allmächtigen Gottkaiserin und ihrem Hexenorden beherrscht. Regelmäßig werden ihr Mädchen von fernen Planeten als Bräute zugeführt. Niemand weiß, was mit ihnen geschieht.
Die Krone der Sterne
Als die Wahl auf die junge Adelige Iniza fällt, soll sie an Bord einer Weltraumkathedrale auf die Thronwelt gebracht werden. Ihr heimlicher Geliebter Glanis, der desillusionierte Kopfgeldjäger Kranit und die Alleshändlerin Shara Bitterstern tun alles, um den Plan der Hexen zu vereiteln. Im Laserfeuer gewaltiger Raumschiffe kämpfen sie um ihre Zukunft – und gegen eine kosmische Bedrohung, die selbst die Sternenmagie der Gottkaiserin in den Schatten stellt. (Quelle S. Fischer Verlag)

Hier geht’s zum Buch.

Rezension: „Vektor“ von Jo Koren

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt!
Warum?
Nun, zuallererst ist es in der Ich-Perrspektive geschrieben. Ich mag diese Form sehr gern, weil sie den Autor beschränkt. Er kann nicht allwissend agieren, seine Sicht der Dinge ist eine ganz persönliche, das tut dem Werk gut. Es baut Spannung auf, es zieht den Leser in den Text. Es entsteht eine Art Lagerfeueratmosphäre. Da erzählt jemand aus seinen höchstpersönlichen Erfahrungen.

Alpha Novak ist Ärztin, wie auch die Autorin, die hier unter Pseudonym auftritt (keine Angst, ich lüfte das Geheimnis nicht). Sie befindet sich auf einer Raumstation, die um den Mars kreist. Hierher kommen die Prospektoren mit ihren Raumschiffen, die den Asteroidengürtel ausbeuten. Hier behandelt sie die kleinen und großen Wehwehchen ihrer Patienten.
Eines Tages entdeckt sie ein defektes Implantat bei einem ihrer Patienten. Ein Virus scheint sich dort eingenistet zu haben. Sie unternimmt alles, um diesen Computervirus einzudämmen. Implantate tragen viele in dieser Zeit. Sie sorgen dafür, dass besser, präziser gearbeitet werden kann, helfen gegen Krankheiten, wie z. B. Parkinson. Es wimmelt demnach von potentiell Infizierten auf der Station. Sie selbst gehört auch dazu. Eine Nebenhandlung zeigt uns, dass die Menschenaffen, ebenfalls durch Implantatversorgung, uns (fast) auf Augenhöhe begegnen. Ihr engster Mitarbeiter ist einer davon.
Dann spielt irgendwann die Raumstation verrückt. Die künstliche Schwerkraft verstärkt sich temporär dramatisch. – Hier habe ich einen Kritikpunkt. Diese Verstärkung der Schwerkraft, hervorgerufen durch die Fliehkraft des großen Rades, kam mir zu plötzlich. M. E. müsste das langsamer vonstatten gehen. Aber, ich bin kein Ingenieur, da darf ich eigentlich gar nicht mitreden.
Letztendlich kommt es zum Showdown und alles ist nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte.
Prima gemacht, finde ich einfach toll.

Ganz am Ende gibt es dann noch ein paar Rezepte hinsichtlich der im Text erwähnten Backwaren. Auch die hören sich interessant an, muss ich mal backen. – Aber vor allem, vor Kit verstecken, sonst hat man selbst nichts davon.

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