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Lesungsbericht: Karsten Kruschel, „Vilm – Das Dickicht“

Am Montag hat Karsten Kruschel in Second Life exklusiv seinen neuen Roman „Vilm – Das Dickicht“ vorgestellt. Es war eine schöne Lesung. Zwar wären zu diesem Anlass durchaus mehr Zuhörer wünschenswert gewesen, aber die Anwesenden waren wenigstens allesamt (Fan)-Experten. Nach der Lesung war noch ca. zwanzig Minuten Zeit für Fragen und Diskussionen, die auch rege genutzt wurde. Im Roman „Vilm – Das Dickicht“ geht es u. a. um eine fremdartige Maschine, die irgendwie mit dem Planeten in Symbiose zu leben scheint … Einen kurzen Auszug hat Karsten Kruschel dsf exklusiv zur Verfügung gestellt. Bitte schön:

„Jojojo knurrte warnend. Dort vorn wurde es heller, als höre der Bewuchs plötzlich auf.

»Das gefällt mir gar nicht«, sagte Toronlukas und stoppte den Geländekugler, als er zwischen zwei besonders ekligen Botanikentgleisungen hindurchbrach und plötzlich im Licht war. Und im Regen, in mittelgrauem Geniesel, das die Sicht kaum störte.
Sie befanden sich am Rande eines gigantischen Talkessels, in dem es qualmte und dampfte, als hätten sich die Pforten der Hölle geöffnet.
Und so ganz falsch war das nicht.
Einige dutzend Meter unter ihnen, im tiefsten Punkt des Kessels, thronte eine Anlage, die so sehr nicht hierher gehörte, dass es ihnen in den Augen wehtat. Ein gewaltiger Ring aus grauem und gelbglänzendem Metall, der vor Energie leise vibrierte, vielleicht dreihundert Meter im Durchmesser. In der Mitte des Ringes war eine komplizierte, fabrikartige Struktur montiert, aus der verschiedene Ausleger ragten. Diese offenkundig aggressive Konstruktion lastete nicht nur einfach auf den ineinander verwobenen Strukturen des Gestrolchs, sondern stieß unaufhörlich mit Messern, Haken und scharfkantigen Schaufelrädern in die lebende Materie vor, fraß sich nach und nach ins Innere des Wolkengebirges hinein. Hin und wieder hielt eines der Schaufelräder an, triefend von zermalmter und zerkauter biologischer Masse, und wechselte seine stumpfgewordenen Schaufelschneiden gegen frische, vor Schärfe blitzende.
In Jojojos Kehle zitterte ein wütendes Grollen.“

Vilm. Das Dickicht, 310 Seiten (inklusive eines Bonuskapitels)

ISBN 978-3-938065-93-8

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