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Erstling: C. J. Knittel, „Die Träne des Phönix“

Es ist so weit: C. J. Knittel hat seinen ersten Roman vorgelegt. Erschienen ist er bei p.machinery. Thema sind insektoide Besatzer und eine Frau, die während ihres Überlebenskampfes an sich zu zweifeln beginnt. Wir stellen das Buch vor und haben dem Autor einige Fragen gestellt.

Aus dem Inhalt (Quelle: p.machinery): „Nicole Wagner arbeitet für die Krebell, eine außerirdische Rasse von Rieseninsekten, die die Menschheit unterworfen hat. In ihrem Namen macht sie Jagd auf Widerstandkämpfer, die sich in den U-Bahnnetzen und Kanalisationen der Städte versteckt halten. Während eines Aufklärungsfluges über London, wird sie abgeschossen und bedient sich einer Lüge, um am Leben zu bleiben. Die Menschen nehmen sie bei sich auf und sie lernt das Leben im Untergrund kennen. Und mit der Zeit erwachen ihre Zweifel …“

C. J. Knittel wurde 1981 in Krefeld am Niederrhein geboren. Nach einer technischen Ausbildung und einigen Jahren im Qualitätsmanagement eines bekannten deutschen Stahlunternehmens, führte ihn sein beruflicher Werdegang schließlich in den kaufmännischen Bereich. Geschichten schreibt er seit frühster Kindheit und bereits in der Jugend versuchte er sich an den ersten Romanen. Seine Vorliebe gilt der dunklen Science-Fiction, doch sieht er sich als Autor der Fantastik im Allgemeinen.

 

Das Interview

 

Warum der Phönix im Titel? Was hat er mit Insektoiden zu tun?

Nichts. Es geht eigentlich um die Träne des Phönix, wie der Name des Romans schon sagt. In der Mythologie haben die Tränen heilende Wirkung, das bezieht sich auf die Hauptfigur, die sozusagen eine heilende Wirkung auf die Menschheit ausübt, nachdem sie aus ihrer eigenen Asche auferstanden ist. Also nachdem sie einen vollkommenen Wandel vollzogen hat.

 

Bei einem solch poetischen Titel, darf man da auch einen poetischen Inhalt erwarten? Oder geht’s eher blutig zur Sache (pssst, nicht zu viel verraten)?

Natürlich geht es hier und da auch mal blutig zu, aber mein Hauptaugenmerk lag auf den Figuren. Ich finde es wichtig, dass Figuren authentisch und dreidimensional sind. Und Hauptfiguren sollten dynamisch sein, sich also im Laufe der Geschichte entwickeln. Das Buch erzählt von einer Heldenfahrt und hat auch Aspekte, die den Leser zum Nachdenken anregen sollen. Trotzdem ist es Science-Fiction, also Belletristik. Der Leser soll sich an erster Stelle spannend und intelligent unterhalten fühlen.

 

Erzähl uns ein wenig mehr vom Inhalt. Oder vom Konzept. Was hast du dir beim Schreiben gedacht? Was willst du dem Leser mitteilen?

Ich habe dabei so vieles gedacht und versucht zu bedenken. Wie gesagt, standen für mich die Figuren im Vordergrund. Natürlich steht auch einiges zwischen den Zeilen, vieles auch nur angeschnitten, vieles wiederum könnte man hineininterpretieren, obwohl ich es selbst nicht gesehen habe. Wiederum könnten Aspekte untergehen, die mir selbst sehr präsent waren. Ein Buch wird von jedem Leser anders erlebt. Rückblickend wäre es schwierig für mich, alle Aspekte zu beleuchten, die ich einbringen wollte. Dafür sind es zu viele und wie gesagt teilweise sehr versteckt. Ich habe zum Beispiel den Umgang des Menschen mit der Erde kritisiert, was man allerdings auch schnell überlesen kann. Vordergründig geht es mehr um Freundschaft, Liebe, die Bereitschaft und den Mut für etwas zu kämpfen woran man glaubt oder das Eingestehen von Fehlern.

 

Glaubst du persönlich an eine reale Bedrohung durch insektoide Außerirdische?

Nein. Dann doch eher Asteroiden, wenn es schon außerirdisch sein soll.

 

Warum immer die Insektoiden oder Reptiloiden? Sind das die althergebrachten Feindbilder der Menschheit? Oder steckt vielleicht mehr dahinter?

Keine Ahnung, das musst Du vielleicht die Anthropologen oder andere Wissenschaftler fragen. Ich habe mich für insektenartige Außerirdische entschieden, weil ich wollte, dass sie sich in vielerlei Hinsicht sehr vom Menschen unterscheiden. Außerdem wollte ich, dass sie authentisch wirken und auch ihre Überlegenheit dem Menschen gegenüber sollte glaubwürdig sein. Ich denke, das ist mir gelungen. Würde es die Krebell wirklich geben, wären wir verloren.

 

Ähnelt die Menschheit nicht auch ein wenig Insekten?

Ja allerdings, ich denke dabei an unsere explodierende Weltbevölkerung. Es gibt sieben Milliarden Menschen auf der Erde! Vergleichbare Säugetiere kommen in so großer Zahl nicht vor. Nur Nagetiere oder Insekten gehen in die Milliarden. Was aber nicht heißen soll, dass ich die Menschheit als Schädlinge sehe. In der Natur gibt es so etwas ohnehin nicht. Jede Art hat ihre Existenzberechtigung.

 

Gab es Vorbilder für deinen Roman?

Nein, die Idee war irgendwann da und ich habe sie umgesetzt. Aber sicherlich gibt es bei der unglaublichen Vielzahl an Büchern auf dem internationalen Markt kein Buch, dessen Inhalt nicht schon einmal irgendwann irgendwie in ähnlicher Form behandelt wurde. Etwas absolut Neues zu finden ist kaum möglich und ließe sich ohnehin nicht überprüfen. Ich vermute die Zahl der Bücher, die bislang geschrieben wurden, geht in die Milliarden. Ich schreibe die Geschichten, die mir etwas bedeuten, denn nur wenn ich mit ganzem Herzen, Spaß und vollem Einsatz arbeite, bekommt der Leser eine Geschichte, die sich zu lesen lohnt.

 

A propos Roman … es ist ja dein erster. Wie fühlt man sich wenn der Erstling endlich erschienen ist? Stolz? Erschöpft? Erleichtert?

Na ja, vor allem habe ich jetzt den Wunsch, es beim nächsten Roman noch besser zu machen. Man kann sich immer verbessern. Das ist mein Anspruch an mich selbst, von Buch zu Buch eine Steigerung zu erzielen. Ich weiß genau, wo ich mich verbessern kann.

 

Möchtest du jetzt mehr Romane schreiben?

Es ist ja strenggenommen nicht der erste Roman den ich geschrieben habe, sondern der erste Roman, der gut genug war, ihn zu veröffentlichen. Aber ja, es wird noch einiges von mir folgen. Ideen habe ich viele.

 

Was hat dich zur SF gebracht? Wie alt warst du?

Ich muss so um die zehn Jahre alt gewesen sein. Woher mein Interesse kam weiß ich gar nicht. Vermutlich durch das damalige Fernsehangebot für Kinder. Die Zeichentrickserien, die ich als Kind gesehen habe, waren sehr futuristisch. Aber auch meine Eltern haben sich immer für SF begeistern können. Das Interesse war irgendwann einfach da und hat sich bis heute gehalten. Ich war schon immer ein Träumer und Eskapist. Die Phantastik ist dafür das Mittel der Wahl, egal an welchem Genre man den größten Gefallen findet.

 

Deine persönlich schönste Con-Erfahrung?

Ehrlich gesagt war ich noch nie auf einer Con. Dabei würde ich gern einige Gleichgesinnte kennenlernen.

 

Dein Lieblingsbuch?

Wenn ich eines benennen muss, dann „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells. Obwohl mich andere Bücher mehr beeinflusst haben, hat mich dieses doch am meisten gefesselt.

 

Und sonst so? Pils oder Weißbier?

Ich trinke am liebsten alkoholfreies Weizen. Allgemein trinke ich fast keinen Alkohol. Einfach weil ich den Geschmack nicht mag. Alkohol schmeckt bitter und ruiniert den Geschmack der meisten Getränke. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, wie den ein oder anderen Cocktail, Cola mit einem Schuss Whisky oder auch Weißbier.

 

Danke für das Interview!

Danke für das Gespräch!

 

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