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Interview mit Uwe Post

Unser Chefredax hat ein neues Buch veröffentlicht: „Sterne in Asche“. Moment mal … mehrere Sterne? Zu Sternenstaub zermahlen? Grund genug,  da mal nachzuhaken, bevor es unsere Sonne auch noch erwischt …

Warum jetzt eine Space Opera?

Viele meiner Leser und ich waren einer Meinung: Eine Post-Space-Opera – das hat gerade noch gefehlt.

Was ist das Besondere daran?

Weil die ganze Geschichte irgendwo im Kosmos spielt, muss sie erfunden sein. Für manche Leser ist das eine Erleichterung. Andere Romane – allen voran „SchrottT“ – verlegen das grässliche Grauen nicht in die Ferne. Und wirken unglaubwürdiger, obwohl die Realität oft viel schräger ist als ich. „Sterne in Asche“ ist nicht schräg. Es ist abgrundtief böse. Es ist eine Waffe gegen Aberglauben. Die einzige, die ich habe. Und ich zögere nicht, sie abzufeuern.

 

Wieviel Sterne gehen in Asche auf (oder wäre das ein Spoiler)?

Aus Sicht der Milliarden Lebewesen, die auf das Licht der Sterne angewiesen sind, zu viele. Der Hintergrund des Romans ist, dass die Sterne viel schneller verlöschen als sie es sollten. Es ist zwar immer noch ein langsamer Vorgang, aber man merkt es an der Verschlechterung der Lebensbedingungen. Vor allem unternimmt niemand wirklich etwas. Also wie auf der Erde. Im krassen Gegensatz dazu steht allerdings die andere Prämisse des Romans: alle Religionen sind verboten. Aus Sicherheitsgründen. Im Laufe des Romane entsteht dann der Verdacht, dass diese beiden Dinge etwas miteinander zu tun haben könnten. Ein düsterer Hintergrund – er ermöglicht den Protagonisten aber auch einige unerwartete Freiheiten. Nach und nach stellt sich heraus, dass einige von ihnen Schlüsselfiguren sind. Allen voran KonstitutionNull, eine Modderin, die als Torso auf Rädern den ganzen Laden aufmischt – und keine Ahnung hat, wie ihr eigentlich die Gliedmaßen abhanden gekommen sind. Letzteres finden sie und der Leser erst ganz am Schluss heraus. In der vielleicht drastischsten Szene, die ich je geschrieben habe.

 


 

Okaaaay … Also ich plane ja auch eine Space Opera. Im Gegensatz zu dir entstehen bei mir aber neue Sterne (im Sternwerk, erscheint im gleichnamigen Verlag). Öhm, wo war ich jetzt? Ach so: Warum so destruktiv? Glaubst du dass auch hier bald alles vor die Hunde geht? 

Dass ziemlich viel „vor die Hunde geht“, hat nichts mit Glauben zu tun, sondern mit dem Lesen von Nachrichten.

(war: Ja, und warum sind eigentlich Religionen verboten? Die halten doch alles zusammen, oder etwa nicht?!?)

Religionen halten alles zusammen? Ja, sich selbst vielleicht. Eine spezielle Variante des Islam hält beispielsweise den IS zusammen. Religionen haben ein Problem: Sie fußen auf Glauben, und Glauben lässt sich manipulieren. Man muss nur auf einer Kanzel stehen, protzige Kleider tragen und schon glauben einem die Leute jeden Scheiß. Dabei ist WISSEN viel besser als GLAUBEN. Bloß lässt sich Wissen eben schlecht uminterpretieren und damit missbrauchen. Niemand kann sich hinstellen und einem Mob zurufen: „Im Namen der Schwerkraft: Sprengt dieses Flugzeug!“ Im Namen Gottes geht das anscheinend. Aus diesen und ähnlichen Gründen hat der Rat der Planeten Religionen sicherheitshalber vor langer Zeit verboten. Aber leider übersehen, dass Dummheit nicht ausstirbt. Und Dummheit – oder mangelhafte Bildung – sind das Feld, auf denen die Saat einer jeden Ideologie wächst. Also wird man Religionen dann doch eben nicht so leicht los – sondern sie feiert ein fulminantes Comeback. Darum geht es in meinem Roman. Und um die Folgen.

(war: Bist du deshalb aufs Land gezogen?)

„Auf dem Land“ gibt es soziale Netzwerke, die ohne Internetverbindung funktionieren, man nennt das „Nachbarschaft“. Auch diese Medaille hat freilich zwei Seiten, aber für kleine Kinder sind Dorf und Wald erstmal nützlicher als Multiplex-Kino und Hauptverkehrsstraßen. Davon sehen sie im Leben noch genug.

 

Und wie geht es nun weiter? Noch mehr Asche? Wird Asche zu Asche gemacht? Oder wie?

Asche zu Asche, Staub zu… Sternenstaub. Oder so. Ich habe die Fortsetzung längst geplottet (mit sprechenden Dinos, Weltraumkrieg, Odysee durch Alternativwelten und so’n Zeug), aber ich schreibe sie erst, wenn dieses Buch einigermaßen erfolgreich ist. Sonst wäre das Verschwendung wertvoller Zeit, die ich für andere Projekte brauche.

 

Du scheinst dich ja gut organisiert zu haben. Noch irgendwelche letzten Worte zu künftigen Projekten etc.?

Ich schreibe an einem weiteren Weltraum-Roman, der aber nichts mit „Sterne in Asche“ zu tun hat. Außerdem schreiten die Arbeiten an „BiomAlpha“ voran, der neuen Serie, die nächstes Jahr im Wurdack-Verlag startet. Da haben wir inzwischen den ersten Band in Rohform vorliegen. Ich denke, darauf darf man mit Spannung warten.

 

Danke für das Interview, Chef!

 

Erschienen ist das Buch im Atlantis Verlag. Es umfasst 190 Seiten und kostet 12,90 EU.

 

Hier bekommt man „Sterne in Asche“.

Hier geht’s zur Autorenwebsite.