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Rezension: „In die Finsternis“ von Scott McLeary


*Spoileralarm*

Schon das erste Kapitel, welches versucht wurde, geheimnisvoll zu halten, hat im Groben schon den Schleier der Idee zu weit gehoben, als dass sie später im Buch überraschen konnte.

Noch ehe man erfährt, dass etwas nach dem Meteoriteneinschlag von vor 66 Millionen Jahren unter der Erde überlebt hat, durchlebt man den zweiten Weltkrieg aus der Perspektive eines Französisch/Amerikanischen pre-A-Teams welches ähnlich wie die Vorlage der 80er Jahre funktioniert. Nur ohne Murdock – schade eigentlich.

Das Spezial-Team bekämpft auf Französischen Grund die Nazis während der Besatzung Frankreichs. Eine Naziexpedition verfolgt unabhängig davon ein rotes X auf einer Karte, welche ihnen zugespielt wurde.

Immer wieder mal gibt es kurze Rückblicke und die ersten 40 Seiten holpern und stolpern – insbesondere in den doch recht hölzernen und den Leser aufklärenden Dialogen.
Z.B. fragt einer dem Colonel kurz vor dem Ziel „Was machen wir hier?“ Danach wird erklärt. Hätte geschickter sein können. Generell überzeuge die wenigsten Dialoge, jedem aber Schwächen anzukreiden wäre völlig falsch.

Es gibt viele Klischees, die frei bedient werden und leicht den Geschmack von Füllmaterial haben.
Ab (E-Book)Seite 82, im 26. Kapitel, wird es dann endlich spannend. Mag aber auch daran liegen, dass mich der zweite Weltkrieg in keinster Weise interessiert. Schließlich sollte es hier doch um SF gehen.

Als das Team schließlich das Tagebuch eines Wissenschaftlers findet und dieses vorliest, hatte ich als Leser eher das Gefühl, hier eine Pre-Version des vorliegenden Buches zu lesen. Sehr literarisch geschrieben und auch mit Spannungseffekten gefüllt – aber als ‚Tagebuch‘ unglaubwürdig.

Gegen Ende wird der erste Teil durchaus interessant: Ein Monster mit unglaublich vielen Klingen und Krallen metzelt sich durch Heerscharen an wimmernden Nazis und greift natürlich auch das A-Team an, welches dann aber von einen Überlebenden der Vorgeschichte gerettet wird. Glück gehabt.

Es wird in Form eines Rückblickes ein wenig aus der Geschichte des Fremden erzählt. Auch da gab es (natürlich) Krieg. Merkwürdig war nur, dass diese Lebensformen von vor rund 65 Millionen Jahren ebenfalls denn Ausruf „Oh mein Gott“ und andere typisch menschliche Ausdrucksweisen kennen – wieder ungeschickt.

Aber der SF-Teil kommt ab hier nun endlich nicht mehr zu kurz.
Im letzten Teil des Buches kommt die Geschichte des Meteors dazu und auch – ein Zwerg.
Ja, ein Zwerg in der optischen Erscheinung eines „Gray-Aliens“.
Dieser erfreut sich daran Schaden auszuteilen. Seine Motivation steht der eines Schulhofschlägers in nichts nach und auch in seiner inkonsequenten Logik bleibt er der Vorlage des Hauptschulbullys treu.
Der Zwerg sabotierte einst die Versuche, den Meteor aufzuhalten und erfreut sich der sterbenden Zivilisation – wie er es schon oft getan hat. Ein fieser Sadist.
Ein wenig wütend wird er, wenn die Sterbenden sich weigern ihr – vom ihm geschaffenes – Schicksal zu akzeptieren und fungiert weiterhin als Saboteur zu Zwecken seiner eigenen Genugtuung. Immer wieder versetzt er sich in Stasis, lässt sich kurz aufwecken und beobachtet die Entwicklung der Menschheit, nachdem der Schaden des Meteors verklungen war.
Er lässt es sich nicht nehmen, einzelne Menschen zu entführen und zu foltern. Natürlich ist mir als Leser vollkommen klar, welcher Bezug hier gezogen wird und diese Idee ist in der tat ehrlich originell – und dennoch aberwitzig.

Grundsätzlich war das Buch unglaublich anstrengend zu lesen. Man muss sich vermutlich darauf einlassen, oder Fan eines solchen Genres sein. Ich denke sehr wohl, dass es viele gibt, die genau auf solche Geschichten abfahren. Der Endfight war okay, die Lösung sogar originell.

Die letzten Seiten, gut als Epilog hinnehmbar war ein wenig aufgedrückt aber auch völlig okay.

Es blieben im Grunde auch keine Fragen offen, auch wenn vieles ein wenig merkwürdig schien, so wurde alles nachvollziehbar erklärt – mehr oder weniger. Es bleibt allerdings wohl kein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

Fazit: Schleppend, aber für Genrefans auf jeden Fall nett. Mir hat es aber nicht gefallen.

Wertung-3-Sterne

epubli 2015, ISBN: 978-3737542388, erhältich als E-Book für EUR 2,99 z.B. bei Amazon