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Rezension: „Vektor“ von Jo Koren

Das Buch hat mich von der ersten Seite an gepackt!
Warum?
Nun, zuallererst ist es in der Ich-Perrspektive geschrieben. Ich mag diese Form sehr gern, weil sie den Autor beschränkt. Er kann nicht allwissend agieren, seine Sicht der Dinge ist eine ganz persönliche, das tut dem Werk gut. Es baut Spannung auf, es zieht den Leser in den Text. Es entsteht eine Art Lagerfeueratmosphäre. Da erzählt jemand aus seinen höchstpersönlichen Erfahrungen.

Alpha Novak ist Ärztin, wie auch die Autorin, die hier unter Pseudonym auftritt (keine Angst, ich lüfte das Geheimnis nicht). Sie befindet sich auf einer Raumstation, die um den Mars kreist. Hierher kommen die Prospektoren mit ihren Raumschiffen, die den Asteroidengürtel ausbeuten. Hier behandelt sie die kleinen und großen Wehwehchen ihrer Patienten.
Eines Tages entdeckt sie ein defektes Implantat bei einem ihrer Patienten. Ein Virus scheint sich dort eingenistet zu haben. Sie unternimmt alles, um diesen Computervirus einzudämmen. Implantate tragen viele in dieser Zeit. Sie sorgen dafür, dass besser, präziser gearbeitet werden kann, helfen gegen Krankheiten, wie z. B. Parkinson. Es wimmelt demnach von potentiell Infizierten auf der Station. Sie selbst gehört auch dazu. Eine Nebenhandlung zeigt uns, dass die Menschenaffen, ebenfalls durch Implantatversorgung, uns (fast) auf Augenhöhe begegnen. Ihr engster Mitarbeiter ist einer davon.
Dann spielt irgendwann die Raumstation verrückt. Die künstliche Schwerkraft verstärkt sich temporär dramatisch. – Hier habe ich einen Kritikpunkt. Diese Verstärkung der Schwerkraft, hervorgerufen durch die Fliehkraft des großen Rades, kam mir zu plötzlich. M. E. müsste das langsamer vonstatten gehen. Aber, ich bin kein Ingenieur, da darf ich eigentlich gar nicht mitreden.
Letztendlich kommt es zum Showdown und alles ist nicht ganz so, wie ich es erwartet hatte.
Prima gemacht, finde ich einfach toll.

Ganz am Ende gibt es dann noch ein paar Rezepte hinsichtlich der im Text erwähnten Backwaren. Auch die hören sich interessant an, muss ich mal backen. – Aber vor allem, vor Kit verstecken, sonst hat man selbst nichts davon.