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Rezension: „Die Verteidigung des Paradiese“ von Thomas von Steinaecke

Im ersten Teil des Romans lernen wir eine kleine Gruppe von Menschen kennen, die zusammen auf einer idyllischen Alm leben. Zwar hat jeder seine Eigenheiten, aber im Grunde kommen alle gut miteinander aus. Das Wetter ist immer ideal und das Land wird gemeinschaftlich bewirtschaftet. Heinz, ein Teenager und jüngstes Gruppenmitglied, fühlt sich dazu berufen, das Leben auf der Alm für die Nachwelt festzuhalten und schreibt die täglichen Begebenheiten als Tagebuch auf. Es stellt sich heraus, dass es in Deutschland zu einer Katastrophe kam und nur, weil die Alm, ein früheres Urlaubsresort, unter einem Schutzschirm ist, konnte diese kleine Gruppe dort die letzten Jahre überleben. Doch nach und nach kommt es auch in dieser heilen Welt zu Störungen. Eines Tages fällt der Schutzschirm schließlich ganz aus und die Gruppe muss das Resort zu verlassen, um woanders Schutz zu suchen, möglicherweise in einem Auffanglager. Ob diese nach so langer Zeit noch existieren, ist jedoch unklar. Ihnen bleibt aber keine Wahl. Wollen sie überleben, müssen sie ihr Paradies verlassen. So begeben sie sich auf eine lange Wanderung durch verseuchte Gebiete. Das Wasser und die Nahrung sind knapp und die Gefahren von umherziehenden Banden oder auch nur normalen Familien, die ebenfalls um ihr Überleben kämpfen, ist sehr groß. Alles ist zerstört und verlassen. Sieht es überall auf der Welt so aus?

Heinz schreibt alles auf. Er liebt Worte, kreiert neue und zelebriert das Aufsagen von Altworten aus der Zeit vor der Katastrophe, die er von den anderen gelernt hat. Der Erklärungsversuch, wie er als Kind das Lesen und Schreiben gelernt hat, war jedoch nicht überzeugend. Auf der Alm gab es keine Bücher und kaum Papier. Oder liegt die Erklärung in der Tätowierung, die er als einziger hat?

Die Geschichte fing vielversprechend an und die Handlung wurde größtenteils schlüssig erzählt. Auch die Spannung blieb eine ganze Weile erhalten. Schaffen sie es, sich zu retten oder nicht? Eine gute dystopische Geschichte aus der Sicht eines Teenagers. Leider rundet der dritte Teil des Buches die Geschichte nicht sinnvoll ab. Dadurch verliert sie wesentlich an Kraft.