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Interview mit Jo Koren

Die KLP-Nominierungen sind raus und Jo Koren ist auch hier vertreten, wie schon beim DSFP. Grund genug, die Schriftstellerin anzumailen …

1. Wie bist du zur SF gekommen?

Als Leserin: Über Douglas Adams und die Romane der Star-Trek-Reihe.
Als Autorin: Ich wollte gar nicht um jeden Preis einen Science-Fiction-Roman schreiben, habe aber festgestellt, dass meine Ausgangsidee – was passiert, wenn Affen auch Menschenrechte bekommen und unseren Alltag teilen? – sich am besten als SF-Roman umsetzen lässt. Wobei sich das Buch dann so entwickelt hat, dass diese Frage darin gar nicht mehr die Hauptrolle spielt.

2. Wer steckt hinter dem Pseudonym?

Ist es nicht meistens eine Enttäuschung, wenn einem ein Buch gut gefällt und man dann den langweiligen Urheber kennenlernt? Ich beschäftige mich jedenfalls auch beruflich mit den Themen, die in „Vektor“ auftauchen: Medizin und Informationstechnologie. Nur mit Affen habe ich leider wenig zu tun.

3. Erzähl uns mehr zu deinem Buch „Vektor“ (dsf berichtete)!

„Vektor“ spielt in einer nicht allzu fernen Zukunft, in der Menschenaffen Menschrechte erhalten haben und das Tragen von Hirnimplantaten sowohl unter Menschen als auch unter anderen Primaten weit verbreitet ist. Ich erzähle darin die Geschichte der Ärztin Dr. Alpha Novak, die bei den Behörden auf der Erde in Ungnade gefallen ist und sich daher zu einem längeren Dienst auf der Raumstation Eris TKS verpflichtet hat – im Jahr 2069 keine besonders attraktive Karriereoption. Ihr zur Seite steht ihr Assistent Kit, ein Bonobo, der durch im Buch näher erläuterte Umstände ein Hirnimplantat erhalten hat, das ihm die Kommunikation auf menschlichem Niveau ermöglicht. Trotzdem sind ihm die wesentlichen Charakterzüge seiner Art erhalten geblieben, was sich auf das Zusammenleben mit den Menschen und anderen Primaten auf der Raumstation nicht immer positiv auswirkt. Alpha und Kit werden bei ihrer Arbeit in der Ambulanz der Raumstation mit einem medizinischen Fall konfrontiert, der sich als Gefahr für die ganze Station und darüber hinaus erweist.

4. Star Trek oder Star Wars?

Star Trek. Unendliche Mannigfaltigkeit in unendlicher Kombination.

5. Schwarzwälder Kirsch oder Prinzregententorte?

Käsekuchen.

6. Hast du schon mal Haschkekse gebacken?

Nein. Aber wenn mir jemand ein Rezept schickt, nehme ich es in den Anhang der Fortsetzung auf. „Vektor“ enthält ja auch drei Rezepte.

7. Von wem oder was fühlst du dich beeinflusst (als AutorIn)?

Von wem? Von Noir-Autoren wie Raymond Chandler, Jonathan Gash, und heutzutage Jonathan Kellerman und John Burdett. Die Ich-Perspektive, die sie etabliert haben, ist für mich die natürlichste Art, meine Geschichten zu erzählen.
Von was? Wahrscheinlich von der Idee, dass unser Zusammenleben sich in der Zukunft weniger ändern wird, als wir das gern annehmen. Auch in 50 oder 100 Jahren wird es noch überbordende Bürokratie geben, werden Leute versuchen, Gesetzes- und andere Lücken zu ihrem kleinen oder großen Vorteil auszunutzen, und werden sich andere Leute aus Naivität in ungünstige Situtationen bringen, aus denen sie dann bestenfalls ein bisschen klüger wieder herauskommen. Es wird auch in der Fortsetzung von „Vektor“ keine heroischen Sternenkrieger geben.

8. Gibt es deutsche Lieblingsautoren (müssen nicht aus der SF kommen)?

Der beste Roman eines deutschsprachigen Autors, den ich in letzter Zeit gelesen habe, war „Kohle, Karnickel und ein Koffer voll Geld“ von Peter Kersken. Was Kurzgeschichten angeht, ist Wladimir Kaminer seit langem mein Favorit.

9. Ist derzeit ein neues Buch in Planung?

Ich hoffe, dass das Manuskript zur Fortsetzung von „Vektor“ in den nächsten zwei, drei Monaten fertig wird.

10. Wohin geht’s im nächsten Urlaub?

Mir ist ja die Erde empfohlen worden. Kostenfreies UV-Licht und genießbares Essen, wenn man weiß, wo man suchen muss.

Hier gibt es eine und noch eine Rezension zum Buch!

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