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Rezension: Paul Lung – Das Eden-Projekt

Klappentext:

Der freiberufliche IT-Techniker Ilay Gador ist ein Eigenbrötler aber einer der Besten seines Fachs. So erhält er auch den Auftrag, die Zerstörung eines Kommunikationsrelais zwischen Erde und Mars zu untersuchen. Als er durch diesen Auftrag in Tatverdacht gerät, ist er gezwungen, untertauchen. Im Versuch „seine Unschuld zu beweisen“ muss er bald erkennen, dass er nur ein Spielball größerer Mächte ist, die nicht nur seine eigene Existenz bedrohen, sondern die ganze Welt.

Meinungen:

Zurückgezogen lebend wird der IT-Techniker Ilay Gador zum Staatsfeind Nummer eins, als ein möglicher Terroristischer Anschlag eine Kette globaler Katastrophen auslöst.

Die Gesetzesvertreter haben mehr Indizien als Hinweise, dass der Hauptprotagonist die Verantwortung für das auf der Erde voranschreitende Chaos trägt und setzt alles daran, ihn dingfest zu machen.

Natürlich ist er Unschuldig, das steht nie zur Debatte und es geht in dem Roman auch viel mehr um Ilay Gador, wie dieser von einem Punkt zum nächsten fliehen muss und nebenbei versucht seine Unschuld zu beweisen.
Beides lässt sich schwer unter einen Hut bringen, aber er ist nicht allein, was ihm Kraft gibt durchzuhalten und weiter zu machen.

Und natürlich erkennt er recht bald, ‚was‘ die eigentliche Verantwortung trägt, jedoch bleibt ihm und den Leser das ‚wer‘ und ‚warum‘ lange Zeit verborgen, was durchaus fesselt.
Vor allem aber beschäftigt einen die Frage: Wie geht man in der aktuellen Situation um, in der nichts mehr ist, wie es war. Fast schon ein kleiner Endzeitroman, schließlich geht die Erde gerade vor die Hunde.

Der Fokus bleibt jedoch auf Ilay Gador und dummerweise ist dieser Roadtrip an vielen Stellen sehr anstrengend, manchmal ein wenig zu hektisch. Natürlich ist die Hauptfigur auf der Flucht!
Aber ist er der beste IT-ler der Welt? Er tat nichts, was ich nicht verstanden habe, oder was jeder andere IT-Techniker mit seiner Grundausbildung auch können könnte.

Das in diesem Buch nicht alles ist, wie es scheint, streut der Autor sorgfältig in seine Geschichte ein, auch wenn es manchmal ein wenig zu offensichtlich ist, so das die ein oder andere Wende einen nicht mehr überrascht, mehr noch, als Leser fragt man sich hin und wieder, wie naiv die Hauptfigur ist, dass sie es einfach nicht kapiert.
Zugegeben, wir erleben die Ereignisse aus mehreren Perspektiven und haben mehr Wissen als die Figur. Dennoch, da war Luft nach oben.

Ohne viel zu Spoilern gibt es natürlich noch unerwartete Wendungen, die erfrischen, im Detail aber unnötig waren. Dienten sie doch nur dazu, eine brenzlige Situation nicht sofort auflösen zu lassen

Im Fazit muss man sagen, das Paul Lung sein Handwerk versteht. Gerade der Anfang ließt sich flüssig wie klares Wasser, es fesselt, es zieht in den Bann.

Gegen Ende wird es ein wenig holprig. Da ließt man dann auch mal ein „Er traute es sich nicht“ anstatt das sehr viel angenehmere „Er wagte es nicht“.

Die gesamte Geschichte ist gut durchdacht, der Aufbau und Spannungsbogen ist gelungen und der Abschluss befriedigend.

Rund um ein gutes Buch, mit dem man sich einige vergnügliche Stunden machen kann.

Positiv sei noch zu erwähnen, dass es keine einzige ‚Kopfschmerz-szene‘ gab, in der irgendwer irgendwas so blödes macht, dass man aufstöhnend den Lesefluss unterbrechen muss. Einzig vielleicht die Herren und Damen aus dem Ermittlungsbereich – die waren teilweise noch begriffsstutziger als die Hauptfigur an einigen wenigen Stellen. Aber das sollen ja auch Ermittlungsbeamte sein, das war dann schon irgendwie authentisch

 

 

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

 

Verlag: Hybrid Verlag

Nur als Print, € 11,90