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Rezension: „Versuchsreihe 13“ von Uwe Hermann

Wer die Kurzgeschichten von Uwe Hermann kennt, wird sich vielleicht verblüfft die Augen reiben: Ein Zombie-Thriller?!?

Tatsächlich kommt Humor in diesem Roman bestenfalls am Rande vor. Aber das liegt in der Natur der Sache, wenn halb Hamburg von Nanorobotern bevölkert wird. Oder, besser gesagt: Hamburgs Bewohner.

In „Versuchsreihe 13 – Die Epidemie“ hat eine Firma Nanobots entwickelt, die einen Menschen kurzzeitig wiederbeleben können – sehr praktisch, wenn es etwa darum geht, ein Mordopfer nach dem Täter zu fragen. Allerdings dreht sich die eigentliche Geschichte um eine ganz bestimmte Sorte dieser Nanobots: Solche nämlich, die einen Menschen permanent wiederbeleben können. Bis sie – ähnlich Mutationen – immer mehr Fehler in die Nachfolgegeneration einbauen und den Träger letztlich zu einer Art Zombie werden lassen. Dagegen hilft nur die Originalversion der Bots, ebenjene „Versuchsreihe 13“, und die befindet sich nur im Körper von Florian Richter, dem ehemaligen Leiter des Reanimierungsteams der Kripo Hamburg. „Ehemalig“, denn auch Richter ist längst tot. Eine tote Hauptfigur ist schon einmal eine tolle Sache, und wenn dann auch noch diverse Interessenten an seinen Nanobots hinter ihm her sind, sind Tempo und Spannung garantiert.

Geschickt flechtet der Autor ein Netzwerk an Beziehungen zwischen den vielen Handlungsträgern. Bisweilen blendet die Erzählung um zu einem völlig unerwarteten Schauplatz, um ein Einzelschicksal zu schildern – aber Sie können sich darauf verlassen, dass das nicht ohne Grund geschieht.

Uwe Hermann hat einen rasanten Roman vorgelegt, der vor allem in der zweiten Hälfte nochmal eine Schippe drauflegt, und abgesehen von heftigen Explosionen und erstaunlichen Wendungen auch einfühlsam die menschliche Seite des Dramas zeigt. Dabei bleibt die Geschichte deutlich plausibler als durchschnittliches Action-Kino – und drängt sich durch das gelungene Lokalkolorit zur Verfilmung förmlich auf.

 

 

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

 

Atlantis Verlag, 370 Seiten, 14,90, auch als E-Book erhältlich