«

»

E-Books, die’s drauf haben: „Neunundneunzig Namen“ von Jens-Michael Volckmann

Nur selten schafft es ein Selfpublishing-E-Book auf unsere Empfehlungsliste. Die vorliegende Erzählung von Jens-Michael Volckmann bildet eine Ausnahme: Selten gelingt es einem neuen Autor, eine Social Fiction zu einem schwierigen Thema so einfühlsam und ideenreich zu erzählen.

„Neunundneunzig Namen“ dreht sich um eine Flugzeugkatastrophe in der Innenstadt von Frankfurt(Main). Auf einer letzten Audio-Aufzeichnung aus dem Flugzeug ist der Ruf „Allahu Akbar!“ zu hören. Als dies bvekasnnt wird, dreht sich die Stimmung, es kommt zu Ausschreitungen gegen Muslime, obwohl es bis auf die Aufzeichnung keinerlei Beweis für ein Bombenattentat gibt.

Der Autor erzählt die Geschichte episodenhaft. Er zeigt Szenen aus der Familie des mutmaßlichen Attentäters, aus Talkshows, Nachrichten und aus einem Dokumentarfilm. So fügt sich nach und nach aus Bruckstücken ein Gesamtbild zusammen, das dem Leser zu Denken gibt. Über die Figuren in der Geschichte, über Menschen in Deutschland – und über sich selbst.

Gerade in der heutigen Zeit (das Buch erschien bereits 2014) kann man sich nur darüber wundern, wie wenig religiöser oder durch soziale Netzwerke verbreiteter Irrglaube in der Nahzukunfts-SF thematisiert werden. Gerade in Deutschland. Freilich ist das ein Stoff, in dem es kaum vermeidbar ist, Leuten auf die Füße zu treten. Es wäre wünschenswert, wenn mehr Autoren den Mut aufbringen würden, sich mit wichtigeren Themen zu beschäftigen als Lasergefechten über fremden Planeten.

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

 

„Neunundneunzig Namen“ gibt es bei Amazon als E-Book (0,99 EUR, kostenlos ausleihbar mit Prime) und Taschenbuch. Weitere Infos auf der Homepage des Autors.