Schlagwort-Archiv: SF

SF, Technik und Musik!

Gerade eben habe ich Christian Weis‘ Artikel über Kraftwerk gelesen – und natürlich gebe ich ihm Recht. Schon immer hatte (elektronische) Musik den „touch of future“. Technischer Fortschritt wurde vorausgeahnt und visionär vertont. Erstaunlich oft kamen dabei Player aus Deutschland ins Spiel …

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Michael Iwoleit mit klarem Standpunkt

Michael K. Iwoleit hat schon zahlreiche SF-Preise und Nominierungen erhalten. Als Mitherausgeber von Nova trägt er dazu bei, dass die Storyszene in Deutschland lebendig bleibt. Außerdem schreibt er immer wieder Essays und Artikel zur SF-Literatur. Lesen Sie nun exklusiv bei uns seine Meinung zur literarischen Einordnung aktueller SF, die er bereits in TERRAsse (Begleitheft zum Pentacon 2015) kundgetan hat:

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Interview mit Uwe Post

Unser Chefredax hat ein neues Buch veröffentlicht: „Sterne in Asche“. Moment mal … mehrere Sterne? Zu Sternenstaub zermahlen? Grund genug,  da mal nachzuhaken, bevor es unsere Sonne auch noch erwischt …

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Im Interview: Horus W. Odenthal

Am 1. Mai 2013 erscheint unter dem Titel „Hyperdrive: Mantikor erhebt sich” Horus W. Odenthals Mischung aus Space Opera, Abenteuerroman und Polit-Thriller erstmals komplett in einem E-Book. (Zusammenfassung hier.)

deutsche-science-fiction.de: Worum geht‘s überhaupt?

Horus W. Odenthal

‚Diese ganzen Tolkien-Epigonen, die nur alte Rezepte wiedergekäut haben …‘

Horus W. Odenthal: „Hyperdrive“ erzählt von Schicksalen, die sich im Angesicht eines bevorstehenden Krieges miteinander verknüpfen. Es geht also in erster Linie um Menschen, die Technik steht nicht im Vordergrund; sie umgibt die Protagonisten so selbstverständlich wie uns auch in unserer gegenwärtigen Welt.

Du hast ja auch viel Fantasy gemacht. Fühlst Du Dich eher der SF oder der Fantasy nah?

Angefangen habe ich als SF-Leser. Erst später habe ich die Fantasy entdeckt, auch bedingt durch das Angebot in Deutschland. Dann habe ich mich lange Zeit von der Fantasy verabschiedet, weil mich die Wiederholung des ewig Gleichen gelangweilt hat. Diese ganzen Tolkien-Epigonen, die nur alte Rezepte wiedergekäut haben, fand ich unendlich fade. Wenn ich irgendwo den Begriff „dunkler Herrscher“ oder „drei/fünf/neun Schwerter/Schatullen/Trading Cards müssen gefunden werden um ein uraltes Übel“ oder auch nur das Wort „Knabe“ in einem Klappentext las, hat mich das in die Flucht geschlagen.

Ich habe mich also über lange Zeit der SF näher gefühlt. Die Fantasy musste ich für mich erst wiederentdecken. Indem ich sie für mich neu definiert habe und meine eigenen Geschichten düsterer, realistischer, moralisch ambivalenter gestaltet. Dann habe ich später die neue Welle von Fantasy-Autoren entdeckt, die im Ausland schon parallel einen ähnlichen Weg einschlugen – Leute wie R. Scott Bakker, Joe Abercrombie, Richard Morgan, Glen Cook, George R.R. Martin – und habe mich dieser Bewegung sehr verbunden gefühlt.

Ninragon 1

‚Ninragon‘ (Fantasy)

Und heute?

Mittlerweile schreibe ich Fantasy und SF so, dass es eigentlich keinen Unterschied mehr macht, bzw. dieser Unterschied in der Stimmung und der Terminologie liegt. Jemand hat das Ende meiner Ninragon-Trilogie, in der es zu magischen Schlachten und Reisen kommt, einmal als Cyber-Fantasy bezeichnet. Man kann es Magie nennen, man muss es aber nicht. Es kommen in Ninragon viele SF-Elemente vor, nur werden die nicht so benannt und erklärt. Man kann es Kampfroboter oder Cyborg nennen. Oder man kann dazu Homunkulus oder Ankchoraik sagen und es durch eine magisch-geistige Weltsicht erklären. Das gleiche gilt für Bewusstseinsdownloads oder Klontechniken. Genauso existiert in meinen SF-Geschichten das sogenannte Übernatürliche. Die Fähigkeiten der Nirloten, der Hyperdrive-Piloten in „Hyperdrive“ haben schon etwas Magisches. Ich mag mittlerweile beide Genres gleich gern. Beide haben ihre Vorzüge. Die Unterschiede verwischen sich für mich immer mehr.

William Voltz: Quarantäne (heyne 1973)

Begeisterte Horus: William Voltz‘ ‚Quarantäne‘ (Heyne 1973)

Welche Science-Fiction würdest Du Deinen Töchtern schmackhaft machen?

Meinen Zwillingstöchtern werde ich zu gegebener Zeit „Quarantäne“ von William Voltz in die Finger drücken. Das war auch eines der ersten Bücher, nach den üblichen Verdächtigen unter den Jugendbüchern wie „Raumschiff Monitor“ oder „Mark Brandis“, die mich für Science Fiction begeistert haben. Aber sie sind auch jetzt schon mit 4 1/2 große Darth-Vader-Fans, singen sein Thema und lachen sich scheckig, wenn ich mit asthmatischer Stimme röchle: „Zoe/Grace ich bin dein Papa!“

Schreibt man mit zwei Töchtern mehr oder weniger als vorher?

Anders! Anders! Aber das ändert sich auch, je älter sie werden. In den ersten Jahren, vor dem Kindergarten, habe ich quasi ein Sabbatical genommen. Weil die Zeit nie mehr zurückkommt und die Erlebnisse so schön und wertvoll sind. Und ich ohnehin nichts gescheites hätte schreiben können. Darum hat der Ninragon so lange gedauert. Aber die Mädchen geben mir auch viel Kraft. Und erden mich. Und lenken mich immer wieder zu den Dingen, die wirklich wichtig sind. Vessels of soul, vessels of love, vessels of spirit, that’s what we are. „All you need is love.“ John Lennon.

Hyperdrive

‚Hyperdrive‘ als E-Book-Serie

„Hyperdrive“ erschien ja zuerst als E-Book-Serie. Wie sind Deine Erfahrungen damit?

Das Serien-Format ist generell sehr interessant. Ich finde es spannend, das über das E-Book der klassische Fortsetzungsroman á la Dickens und Dumas seine Renaissance erlebt. „Hyperdrive“ wird wahrscheinlich nicht mein letzter Versuch mit diesem Format sein. In meinem Hinterkopf spukt derzeit die Idee einer Serie im Ninragon-Universum herum. Arbeitstitel ist „Die Rauhe Schar“. Ich freue mich darauf, diese Geschichte zu verwirklichen.

Horus W. Odenthal

‚Ich finde es spannend, das über das E-Book der klassische Fortsetzungsroman seine Renaissance erlebt.‘

Woran arbeitest Du gerade?

Wenn ich nach einer aufregenden Phase des Weichenstellers für meine Zukunft wieder zum Schreiben komme arbeite ich an einem Roman mit dem Titel „Homunkulus“. Er spielt einige Jahre nach dem Ende von „Ninragon“ und beantwortet einige der offenen Fragen, was, über die Geschichte Aurics des Schwarzen hinaus, das Schicksal dieser Welt betrifft. Es ist ein Hybrid aus Fantasy und Hard-Boiled-Cop-Story. Mit der Erstfassung bin ich inzwischen so zur Hälfte durch.

Machst Du Deine Cover selbst? (…fragte er blöd den Grafiker…)

Nein.

Huch! Wie kommts?

Da wäre ich außerhalb meines Teiches. Ich bin Zeichner, kein Maler. Und fotorealistische Sachen, wie ich sie auf dem Cover haben wollte, sind erst recht nicht mein Ding. Aber ich habe die Layout-Entwürfe gemacht und die Motive ausgesucht. Martin Schlierkamp hat für mich das Logo entworfen, hat die Ursprungsbilder durch Himmel und Hölle gejagt, hat sie so mit Texturen versehen und bearbeitet bis die kleinen Wunder herauskamen, die jetzt die Cover zieren. Und er hat das End-Layout gemacht.

Ich bin zwar Zeichner und Grafiker – und gelegentlich auch Perfektionist und Kontrolle-Freak – aber ich kann auch ganz gut Aufgaben abgeben, wenn ich denke, dass andere das besser können oder es besser für meine Gesamt-Produktivität, den Arbeitsprozess und das endgültige Produkt ist.

Hyperdrive: Mantikor erhebt sich

Hyperdrive komplett: ‚Mantikor erhebt sich‘

Zurück zum aktuellen Werk: Wie viele Buchseiten hätte „Hyperdrive: Mantikor erhebt sich“ wohl ungefähr? Und was wird das finale E-Book kosten?

Mein Seitenzähler zeigt mir 560 Normseiten an. Das E-Book wird 4,99 € kosten. Der Roman ist gegenüber der Serial-Fassung überarbeitet, das heißt er hat seine ursprüngliche Kapitelstruktur, nicht mehr die Episodenstruktur.

Du hast Extras angedeutet…

Als Zusatzmaterial gibt es eine Karte des Planere Baijaku, den Anhang „Die Geschichte der Panhumanas“, die den geschichtlichen Hintergrund des Erzähluniversums vermittelt, einen Glossar und eine Covergalerie aller Episoden-Cover.

Worauf hättest Du schreiberisch mal so richtig Bock?

Auf genau das, was ich gerade mache! Und all das, was noch in der Pipeline hängt. Macht euch auf etwas gefasst! „Sphärenbrand“ – Hier kommt Banepunk!

Horus, wir danken für das Gespräch!

Leseproben:

Infos im Web:

 

Der SF-Kurzgeschichten-Jahresrückblick

Uwe Post, Chefredakteur von dsf und mehrfach ausgezeichneter SF-Autor, hat die meisten 2012 erschienenen Kurzgeschichten gelesen und fasst seine Erkenntnisse zusammen.

Wie in jedem Jahr erschien 2012 eine schier unüberschaubere Anzahl Science-Fiction-Kurzgeschichen. Beinahe historisch kann man allerdings die Tatsache nennen, dass der Wurdack-Verlag diesmal die sonst übliche (und beliebte) Anthologie ausfallen ließ. Dafür holte der bis vor einem Jahr fast unbekannte Begedia-Verlag den Deutschen Phantastik-Preis mit einer SF-Story der Österreicherin Nina Horvath. Die deutsche SF-Szene ist auch im Hinblick auf Kurzgeschichten lebendig und dynamisch – Grund genug für einen ausführlichen Jahresrückblick.
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NOVA 20: Interview mit Olaf Hilscher und Michael Iwoleit

Mitte Oktober feiert NOVA ein stolzes Jubiläum: 20 Ausgaben hat das SF-Storyzine dann geschafft. Bei soviel Atem können sich die Macher und ihre Grafiker und Autoren wirklich auf die Schulter klopfen. Wir haben Olaf G. Hilscher und Michael K. Iwoleit rund um vergangene und kommende NOVA-Ausgaben ein paar Fragen gestellt und klären, wie es mit eBooks weitergeht, was sich ab Ausgabe 20 ändern wird und wie NOVA künftig neue Leser und auch neue Autoren gewinnen will. Weiterlesen »

Rainer Erlers „Das blaue Palais“ kommt auf DVD

Das blaue PalaisOhne Rainer Erler gäbe es deutlich weniger nennenswerte deutsche Science-Fiction-Filme. Mit „Die Delegation“ drehte er 1970 eines der ersten ernstzunehmende Mockumentarys, also eine fiktive Dokumentation, in diesem Fall über die Suche eines Journalisten nach Beweisen für den Besuch von Außerirdischen auf der Erde. „Fleisch“ brachte sehr früh die Probleme des Organspendens auf den Punkt, und das Astronautendrama „Operation Ganymed“ kann man sich auch heute noch gut ansehen, wenn man nicht gerade bunten Sternenkrieg erwartet. Diese und andere Filme bot bisher die DVD-Box „Rainer Erler Kultfilme„, allerdings in unwürdiger Qualität und ohne wichtige Genrebeiträge wie „Plutonium“ (Atomschmugge) oder „Zucker“ (Recycling). Dennoch lohnenswert!

Das blaue PalaisNoch lohnenswerter: Endlich kommt die Miniserie „Das blaue Palais“ auf einer 3er-DVD* heraus. Die fünfteilige ZDF-Fernsehserie von 1974/1976 begleitet eine Handvoll Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten, die hinter der Fassade des „Blauen Palais“ die Zukunft erforschen und dabei auf merkwürdige Phänomene stoßen, die nicht nur technische, sondern auch moralische Grenzen ausloten. Autor und Regisseur Rainer Erler entwarf auf der Basis von damals aktuellen Forschungen dramatische, meist realistische Zukunftsvisionen, die nur gelegentlich ins allzu phantastische gingen (etwa Parapsychologie). Sozusagen „Fringe“ (oder besser: „Doom Watch„), nur ohne Autojagd & Schießereien…

Das blaue Palais DVDDie Serie bekam den „European Science Fiction Award“ und kann, auch wenn meine Erinnerungen naturgemäss etwas verklärt sind (letzte Ausstrahlung ’91), auch heute noch empfohlen werden.

„Das blaue Palais“ erscheint am 11. Oktober 2012 auf DVD und wartet mit 450 Minuten Spielzeit auf.

Info: eurovideo.de
Rainer Erler: rainer-erler.com
Amazon: Das blaue Palais (DVD)

* Das Cover nennt 2 DVDs, die Austattungsangabe bei Eurovideo nennt 3 Discs, was bei 450 Minuten etwas wahrscheinlicher erscheint.

 

 

Vorschau: Elstercon

Am morgigen Freitag startet in Leipzig der Elstercon. Mit dabei sind interessantere Autoren und Vortragende wie Jack McDevitt, Peter F. Hamilton und George Mann, aber auch die deutsche SF ist mit Myra Cakan, Boris Koch, Uwe Post, Dirk van den Boom und vielen anderen vertreten.

dsf ist vor Ort und berichtet in Wort und Bild.

Schaut vorbei!

„Weil wir Science Fiction lieben“

Mit ihrer Schundheftchen-Reihe „Super Pulp“ wollen die beiden Wiener Herausgeber namens „r.evolver” und „Dr. Trash” die Tradition der Schundliteratur in diesem ganz speziellen Format neu beleben. „Super Pulp” mischt dabei alle fantastische Genres von Horror bis SF und beeindruckt auch mit schaurigen Covern.

In der Ausgabe „Super Pulp 2” beackert der Österreicher Alex De das Cyberpunk-Genre mit seiner Story „Cooking Kangoo”, der Hamburger George T. Basier nimmt sich in einem Kurz-Psychothriller Superhelden-Fans vor und Helmuth Santler aus Wien treibt in „Suicide New!” das böse Spiel mit den Reality-Fernsehshows von Morgen auf die Spitze. Deutsche-science-fiction.de sprach mit dem Herausgeber Dr. Trash, zugleich einer der beiden Verleger bei Evolver Books. Weiterlesen »

Iron Sky

Der Mond umkreist die Erde auf eine etwas eigentümliche Weise: Er dreht sich während seiner Umlaufbahn um die Erde gerade so schnell um die eigene Achse, dass er uns stets die gleiche Seite zuwendet. Daher sehen wir immer nur die „Vorderseite“ des Mondes, nie seine „Rückseite“.
Im kommenden SF-Film „Iron Sky“ haben sich zu dieser Rückseite nach dem zweiten Weltkrieg die Nazis mit Reichsflugscheiben aufgemacht und in einer Weltraumfestung namens „Schwarze Sonne“ verschanzt. Doch nun schrecken die Herren Kameraden aus ihrem Übermenschen-Schlaf: denn ein US-Space-Shuttle soll 2018 auf der „dunklen Seite des Mondes“ landen – und könnte dabei die versprengten Reste des Deutschen Reiches aufspüren. Da hilft nur eins: Erstschlag gegen die Erde mit Meteorblitzkrieg!

Was als finnisches Fan-Projekt mit einem einfachen Trailer begann, ist inzwischen mit viel Mühe, Tricks und Crowdfunding eine Finnisch-Deutsch-Australische Koproduktion und soll am 4.4.2012 als Science-Fiction-Komödie in die Kinos kommen. Weiterlesen »

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