Schlagwort-Archiv: ZDF

Tote Quote?

Alle reden über die Einschaltquoten. Werbebudgets werden auf Grundlage dieser Statistiken geplant. Serien werden zu Blockbustern – oder abgesetzt. Aber ist die herkömmliche Ermittlung der Einschaltquoten in Zeiten sozialer Netzwerke und viralem Internet überhaupt zeitgemäß? Und was hat das bitteschön mit deutscher Sciencefiction und Haßloch zu tun?

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Rainer Erlers „Das blaue Palais“ kommt auf DVD

Das blaue PalaisOhne Rainer Erler gäbe es deutlich weniger nennenswerte deutsche Science-Fiction-Filme. Mit „Die Delegation“ drehte er 1970 eines der ersten ernstzunehmende Mockumentarys, also eine fiktive Dokumentation, in diesem Fall über die Suche eines Journalisten nach Beweisen für den Besuch von Außerirdischen auf der Erde. „Fleisch“ brachte sehr früh die Probleme des Organspendens auf den Punkt, und das Astronautendrama „Operation Ganymed“ kann man sich auch heute noch gut ansehen, wenn man nicht gerade bunten Sternenkrieg erwartet. Diese und andere Filme bot bisher die DVD-Box „Rainer Erler Kultfilme„, allerdings in unwürdiger Qualität und ohne wichtige Genrebeiträge wie „Plutonium“ (Atomschmugge) oder „Zucker“ (Recycling). Dennoch lohnenswert!

Das blaue PalaisNoch lohnenswerter: Endlich kommt die Miniserie „Das blaue Palais“ auf einer 3er-DVD* heraus. Die fünfteilige ZDF-Fernsehserie von 1974/1976 begleitet eine Handvoll Wissenschaftler aus verschiedenen Fachgebieten, die hinter der Fassade des „Blauen Palais“ die Zukunft erforschen und dabei auf merkwürdige Phänomene stoßen, die nicht nur technische, sondern auch moralische Grenzen ausloten. Autor und Regisseur Rainer Erler entwarf auf der Basis von damals aktuellen Forschungen dramatische, meist realistische Zukunftsvisionen, die nur gelegentlich ins allzu phantastische gingen (etwa Parapsychologie). Sozusagen „Fringe“ (oder besser: „Doom Watch„), nur ohne Autojagd & Schießereien…

Das blaue Palais DVDDie Serie bekam den „European Science Fiction Award“ und kann, auch wenn meine Erinnerungen naturgemäss etwas verklärt sind (letzte Ausstrahlung ’91), auch heute noch empfohlen werden.

„Das blaue Palais“ erscheint am 11. Oktober 2012 auf DVD und wartet mit 450 Minuten Spielzeit auf.

Info: eurovideo.de
Rainer Erler: rainer-erler.com
Amazon: Das blaue Palais (DVD)

* Das Cover nennt 2 DVDs, die Austattungsangabe bei Eurovideo nennt 3 Discs, was bei 450 Minuten etwas wahrscheinlicher erscheint.

 

 

Grimme-Nominierung für ‚Ijon Tichy: Raumpilot‘

Als Raumpiloten noch echte Männer waren...

Soeben wurde bekannt, dass die zweite Staffel „Ijon Tichy: Raumpilot“ vom Adolf-Grimme-Institut für den Grimme-Preis in der Kategorie „Fiktion“ nominiert wurde.

deutsche-science-fiction.de hat es natürlich schon immer gewusst – so boten wir im Beitrag Ijon Tichy: Verlorene Socken im Weltall einen Überblick über die Sendung und über Ijon Tichy: Das Interview ein Gespräch mit den Machern. Schon 2008 erhielt die Serie übrigens eine Grimme-Nominierung, ging aber letztlich leer aus – hoffentlich heimst sie diesmal auch wirklich den Preis ein. Glückwunsch jedenfalls an das Ijon-Tichy-Team – wir drücken für die Preisverleihung (13. März) die Daumen!

Facebook-Fans finden die Seite zur deutschen Verfilmung von Lems legendärem Raumreisenden hier, die offizielle ZDF-Site hier. Der YouTube-Kanal von Kosmische Kollegen bietet Hintergrund-Videos zur Serie.

Folge 1 der zweiten Staffel finden Sie zum Beispiel in der ZDF-Mediathek, die DVDs zur ersten und zur zweiten Staffel bei Amazon und anderen Online-Shops.

 

(Bild (c) ZDF/Randa Chahoud)

Ijon Tichy: Verlorene Socken im Weltall

Ab dem 4. November zeigt ZDF_neo die zweite Staffel von Ijon Tichy: Raumpilot. Klarer Fall: Das ist SF aus Deutschland – denn vom polnischen Original von Stanislav Lem ist nicht mehr viel übrig.
Wer sind die Macher? Wie kommt ein Schwarzes Loch in ein altes Ei? Was bringt eine Nora Tschirner dazu, erneut in die Rolle der „Analogen Halluzinelle“ zu schlüpfen? Was hat das alles mit verlorenen Socken zu tun?
Genug Fragen, um einen ausführlichen Artikel auf dsf zu rechtfertigen. Hier ist er.
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„Alice 5.0“ in der ZDFmediathek

Wer’s angesichts der wenig publikumswirksamen nächtlichen Sendezeit verpasst hat: Das ZDF hat einmal mehr eine Doku-Fiction gebracht, die man ohne weiteres als „deutsche SF“ betrachten kann. In „Alice 5.0“ (Link zur Mediathek) geht es um ein übermächtiges soziales Netzwerk – und den Ausstieg daraus.