{"id":2151,"date":"2013-02-20T23:13:03","date_gmt":"2013-02-20T21:13:03","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/?p=2151"},"modified":"2013-02-20T23:13:03","modified_gmt":"2013-02-20T21:13:03","slug":"ausstellung-science-fiction-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/?p=2151","title":{"rendered":"Ausstellung: Science Fiction in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gucki.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gucki-300x199.jpg\" alt=\"\" title=\"gucki\" width=\"300\" height=\"199\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2152\" srcset=\"https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gucki-300x199.jpg 300w, https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/gucki.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Schon seit November warten in einem Bonner Museum Kleinode der deutschen SF auf ihre (Wieder)entdeckung. Klare Sache, dass die Redaktion von dsf vor Ort war und einen genauen Blick auf die Exponate geworfen hat.<br \/>\n<!--more--><br \/>\nAm Eingang der Ausstellung l\u00e4sst eine lebensgro\u00dfe Alienstatue ahnen, dass die Macher es mit dem \u00bbin Deutschland\u00ab nicht allzu genau genommen haben. Im ersten der insgesamt sieben R\u00e4ume erwartet uns eine etwas \u00e4ltere Statue, n\u00e4mlich von der blechernen Frau aus \u00bbMetropolis\u00ab. Ein Plasmafernseher zeigt Ausschnitte aus dem Film, drumherum sind \u00e4lteste SF-B\u00fcchlein zu bestaunen, die man nur zu gerne durchbl\u00e4ttern w\u00fcrde. Weiter geht\u2019s mit amerikanischen Filmen der 50er Jahre und dem Rennen zum Mond. Neben Filmausschnitten gibt es anw\u00e4hlbare Doku-Videos. Mit den st\u00e4hlernen Duschk\u00f6pfen, die in Wirklichkeit Ohrh\u00f6rer sind, k\u00f6nnte man auch die zahlreichen schlecht gelaunten Sch\u00fcler erschlagen, die von ihren Lehrern durchs Museum gejagt werden \u2013 als eine Art grausame Strafarbeit, wenn man nach den Mienen der Sch\u00fcler geht. Die vielen Textt\u00e4felchen neben den Exponaten zu lesen, ist denen jedenfalls zu anstrengend, deshalb kapieren sie nur die H\u00e4lfte.<\/p>\n<p>Daher glauben manche vielleicht auch nach dem Besuch an die Mondlandungsverschw\u00f6rung, obwohl ein St\u00fcckchen echtes Mondgestein ausgestellt ist, das Beweis genug ist \u2013 mit SF aber nur am Rande zu tun hat. Beliebt bei allen Generationen sind die Touchscreens, die per Symbol passende Ger\u00e4usche erzeugen: Lichtschwert, Darth Vader, R2-D2.<\/p>\n<p>Viel Raum ist der Raumpatroullie Orion einger\u00e4umt worden. Neben den obligatorischen Filmausschnitten sind ein B\u00fcgeleisen und \u2013 wirklich spannend \u2013 die ersten Fan-Devotionalien zu sehen, die es damals gab, sowie sp\u00e4ter erschienene Actionfiguren.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/orion-figuren.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/orion-figuren-300x199.jpg\" alt=\"\" title=\"orion-figuren\" width=\"300\" height=\"199\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2155\" srcset=\"https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/orion-figuren-300x199.jpg 300w, https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/orion-figuren.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Besonders bunte Exponate sind Perry Rhodan zu verdanken, der nat\u00fcrlich in dieser Ausstellung nicht fehlen darf. Das Mausbiber-Pl\u00fcschtier findet auch heute noch jedes Kind niedlich. \u00dcbrigens wird auch die Fan-Szene an dieser Stelle nicht vergessen, und das gilt ebenso f\u00fcr jene der fr\u00fcheren DDR. Sowohl die Steinm\u00fcllers als auch der SF-Club Andymon haben einmalige St\u00fccke beigesteuert.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Raum scheint einen Wendepunkt zu markieren: Deutsche SF-Filme in den 70er und 80er Jahren brachten doch tats\u00e4chlich so etwas wie Gesellschaftskritik ins Spiel. Fast eine Wand hat man den Werken von Rainer Erler gewidmet. Besonders sehenswert sind die ausgestellten Beschwerdebriefe, die nach oder sogar vor den Ausstrahlungen an den jeweiligen Sender geschickt wurden. So weist die Industrie- und Handelskammer Bochum nachdr\u00fccklich darauf hin, dass eine Ausstrahlung des Films \u00bbSmog\u00ab negative Auswirkung auf die Ansiedlung neuer Wirtschaftsunternehmen im Ruhrgebiet haben k\u00f6nnte, und empfiehlt daher dringend, auf die Sendung zu verzichten. Eine Interessensgruppe von Dialyse-Patienten wiederum findet den Film &#8222;Fleisch&#8220;, in dem es um illegalen Organhandel geht, schlecht f\u00fcr die Spendebereitschaft der B\u00fcrger. Dergleichen Missfallen ist aber nicht der einzige Grund daf\u00fcr, dass die Wende weg von optimistischen Visionen hin zum Spiegel f\u00fcrs Jetzt wie ein Abgesang klingt.<\/p>\n<p>Denn der letzte Raum schafft es endg\u00fcltig nur mit Verrenkungen, Bezug zu Deutschland zu wahren: Da sind die hoffnungslos amerikanischen Katastrophenfilme eines zuf\u00e4lligerweise deutschen Regisseurs namens Emmerich zu bestaunen sowie das lebensgro\u00dfe Kost\u00fcm von Darth Vader \u2013 letzteres anscheinend nur wegen der Greenpeace-Kampagne gegen VW, eine deutsche Auto-Marke. Zwar h\u00e4ngen im gleichen Raum eine von Andreas Eschbachs DSFP-Medaillen sowie Frank Sch\u00e4tzings KLP-Urkunde und der Starschnitt von Mister Spuck aus Traumschiff Surprise. Aber weder die noch die trashigen Requisiten aus \u00bbIjon Tichy \u2013 Raumpilot\u00ab k\u00f6nnen gegen Darth Vader anstinken. Er ist das meistfotografierte Ausstellungsst\u00fcck, und w\u00e4re er nicht in einer Glasvitrine eingesperrt, w\u00fcrde jeder zweite Schuljunge sie sich anziehen und ein paarmal r\u00f6cheln. Darth Vader ist einfach cooler als Sozialkritik. Dieser Behauptung kann man nur schwer widersprechen.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/spuck.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/spuck-300x248.jpg\" alt=\"\" title=\"spuck\" width=\"300\" height=\"248\" class=\"alignnone size-medium wp-image-2156\" srcset=\"https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/spuck-300x248.jpg 300w, https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/wp-content\/uploads\/2013\/02\/spuck.jpg 800w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Am Ausgang der Ausstellung kann man sich in ein G\u00e4stebuch eintragen. Das haben schon so viele Leute getan, dass kaum eine freie Seite zu finden ist. Eine Menge sagen die hinterlassenen Notizen aus. Beispielsweise, dass auch einige Besucher es mit dem Titel der Ausstellung nicht besonders genau nehmen: So wird das Fehlen von Stargate oder Babylon 5 bem\u00e4ngelt; jemand fand Perry Rhodan unterrepr\u00e4sentiert, und mehrere Personen betonten wiederholt die Coolness von Darth Vader.<\/p>\n<p>Fazit: Trotz einiger seltener Ausstellungsst\u00fccke kann man den Besuch nur solchen SF-Fans empfehlen, f\u00fcr die der Weg nicht allzu weit ist, oder die sich sowieso mal die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte anschauen wollen. Das Museum ist au\u00dfer montags ge\u00f6ffnet, der Eintritt ist frei. Die Ausstellung \u00bbScience Fiction in Deutschland\u00ab l\u00e4uft noch bis zum 10. M\u00e4rz.<\/p>\n<p>Weitere Informationen auf der <a href=\"http:\/\/www.hdg.de\/bonn\">Webseite Haus der Geschichte<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ausstellung im Haus der Geschichte in Bonn Schon seit November warten in einem Bonner Museum Kleinode der deutschen SF auf ihre (Wieder)entdeckung. 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