{"id":3982,"date":"2016-06-30T11:44:07","date_gmt":"2016-06-30T09:44:07","guid":{"rendered":"http:\/\/deutsche-science-fiction.de\/?p=3982"},"modified":"2016-06-30T11:44:07","modified_gmt":"2016-06-30T09:44:07","slug":"rezension-eobal-habitat-c-meran-von-dirk-van-den-boom","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/deutsche-science-fiction.de\/?p=3982","title":{"rendered":"Rezension: Eobal, Habitat C, Meran von Dirk van den Boom"},"content":{"rendered":"<p>Die abgeschlossene Daxxel-Trilogie von Dirk van den Boom um den gleichnamigen Diplomaten besprechen wir en bloc.<\/p>\n<p><strong>Eobal<\/strong><\/p>\n<p>Der junge Diplomat Daxxel hat auf Eobal einen schweren Stand. Einerseits Gesandter der Erde, andererseits interimsweise Vertreter einer Alienrasse, weil deren Botschaft pl\u00f6tzlich verwaiste. \u2013 wie es dazu kam? Der Botschafter eben dieser Aliens, Daxxels guter Freund, wurde ermordet. Daxxel will nun, wie k\u00f6nnte es anders sein, den M\u00f6rder seines Freundes \u00fcberf\u00fchren. Dabei zur Seite steht ihm seine Leibw\u00e4chterin Zant. Die beiden treiben sich im diplomatischen Milieu herum und recherchieren. Von Ihnen wird dabei letztendlich nicht nur der T\u00e4ter, sondern zwischendurch auch noch so manch anderes Ungemach. Daxxel gewinnt Freunde unter den mit den Menschen konkurrierenden Echsenwesen von Meran. Hier wird der Grundstein f\u00fcr die Handlung des dritten Teils gelegt.<br \/>\nDas Buch hat mir sehr sehr gut gefallen. Irgendwie atmete es den Flair der Dominic Flandry B\u00fccher von Poul Anderson. Stellenweise war ich versucht, die Namen der Protagonisten anders zu lesen. Mit Meran, dem Heimatplaneten der Echsenrasse (sic!) hatte ich so meine Schwierigkeiten. da tauchte stetig und st\u00e4ndig Merseia vor meinem geistigen Auge auf.<br \/>\nDas soll jetzt nicht abwertend klingen oder gar nach Plagiat rufen, nein, so ist das nicht gemeint. Das Buch ist toll, es atmet nur den Geist dieser alten Romane, wobei es durchaus die Schw\u00e4chen vermeidet. W\u00fcrde Anderson heute schreiben, er h\u00e4tte dieses Buch schreiben k\u00f6nnen! Das ist als Kompliment gemeint!<\/p>\n<p><strong>Habitat C<\/strong><\/p>\n<p>Diesmal hat es Daxxel und Zant auf eine Raumstation verschlagen. Gleich zu Beginn geschieht ein Mord in einem Restaurant. Die Aufkl\u00e4rung desselben verstrickt die Protagonisten immer tiefer in diverse Verschw\u00f6rungen sowohl innerhalb der Akte (das ist die F\u00f6deration, der auch die Erde angeh\u00f6rt), als auch in die des Dienervolkes auf besagter Raumstation, das in st\u00e4ndiger Angst vor der R\u00fcckkehr der Niib, einer grausamen Alienrasse, die vor Jahrtausenden die Galaxis unterjocht hat, lebt.<br \/>\nGeschickt spielt van den Boom mit der Erwartungshaltung des Lesers. Mich zumindest hat er auf die falsche F\u00e4hrte gesetzt, glaubte ich doch bereits lange vor der Vermutung unseres Protagonisten die Niib ausfindig gemacht zu haben. &#8211; Weit gefehlt, es geht doch subtiler zu, viel subtiler!<br \/>\nEin tolles Buch, mit vielen offenen Sequenzen, die Hunger auf mehr machen. Rundum zu empfehlen.<\/p>\n<p><strong>Meran<\/strong><\/p>\n<p>&#8222;1.Verlierer&#8220; &#8211; So zumindest beschreibt van den Boom selbst seinen Roman.<br \/>\nEr hat &#8222;nur&#8220; den 2. Platz beim diesj\u00e4hrigen Deutschen Science Fiction Preis gemacht. Dieser Literaturpreis ist einer der drei wichtigen Literaturpreise in der deutschsprachigen SF. F\u00fcr mich ist dieses Buch definitiv preisw\u00fcrdig, aber es kann ja immer nur einen geben&#8230;<br \/>\nZum Inhalt:<br \/>\nDaxxel und Zant reisen nach Merseia (verflixt, schon wieder falsch, nat\u00fcrlich nicht Merseia, sondern Meran! Aber die Ankl\u00e4nge und Reminiszenzen an das Werk von Poul Anderson werde ich in meinem Kopf nicht los. So h\u00e4tte der Altmeister schreiben k\u00f6nnen, h\u00e4tte er diesen Roman geschrieben!). Dort geht es um Politik, Diplomatie und, wie sollte es anders sein, um einen Mord.<br \/>\nVor allem aber geht es um die Rolle der Frau in unserer Gesellschaft.<br \/>\nVan den Boom verwebt geschickt eine spannende Abenteuerhandlung mit aktuellen Problemen unserer Zeit. Nie mit dem erhobenen Zeigefinger, nie belehrend, sondern einfach nur spannend f\u00fchrt er so manches Klischee \u00fcber das vermeintlich schwache Geschlecht ad absurdum. Hut ab, sehr gut gemacht!<br \/>\nEbenfalls sehr geschickt schildert er die Herrschaftsstruktur auf Merseia (siehe oben!) und bringt uns den Titel des Herrschers als den des Kalifen nahe. Ohne auch nur ein Wort dar\u00fcber zu verlieren, was denn dieser Titel hier bei uns auf der Erde bedeutet hat. Lediglich zwischendurch, sozusagen zwischen den Zeilen, kann man so manche Information aufsaugen, versteht man nach und nach, wieso die Menschen den Herrschertitel so \u00fcbersetzt haben.<br \/>\nAuff\u00e4llig ist, dass der eigentliche Held Daxxel immer weiter in den Hintergrund tritt und Zant, bislang eher Sidekick, sich nach und nach in der Lesergunst nach vorne spielt.<br \/>\nEin rundum gelungenes Buch. Leider wohl das letzte mit den mir lieb gewordenen Protagonisten. Van den Boom hat mir gegen\u00fcber erkl\u00e4rt, dass er kein weiteres Buch dieser Reihe zu schreiben gedenkt. Sie verkaufen sich zu schlecht.<br \/>\nNun, dagegen lie\u00dfe sich etwas tun&#8230;<br \/>\nIch jedenfalls w\u00fcnsche mir mehr davon. Allein in Band 2 gab es so viele lose Enden, die sich lohnen w\u00fcrden weiter verfolgt zu werden. Da geht bei mir das Kopfkino schon weiter.<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.mallux.de\/Freebird-p468h41s28-Meran-Dirk-van-den-B.html\">Link zum Atlantis-Verlag<\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die abgeschlossene Daxxel-Trilogie von Dirk van den Boom um den gleichnamigen Diplomaten besprechen wir en bloc. Eobal Der junge Diplomat Daxxel hat auf Eobal einen schweren Stand. Einerseits Gesandter der Erde, andererseits interimsweise Vertreter einer Alienrasse, weil deren Botschaft pl\u00f6tzlich verwaiste. \u2013 wie es dazu kam? 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