Lutz Buchholz ist ein Urgestein der SF-Szene. Seit den 80ern zeichnet er und „verschwört“ sich mit dem harten Kern der Gemeinde. Bis heute. Wir haben ihm ein paar Fragen zu seinen jetzigen Aktivitäten gestellt …
Hallo Lutz! Du gibst das Fantastic Artzine heraus. Warum?
Um alten „Weggefährten“ aus dem (insbesondere deutschen) Fantastic-Fandom Gelegenheit zu geben, ihre Werke als Druckerzeugnis zu veröffentlichen. Ich finde es einfach schade, dass es heutzutage kaum noch Fanzines als Print-Ausgaben gibt. Vor allem Zeichner sind hier besonders angesprochen. Ich habe auf diesem Wege aber auch neue, oder mir bisher unbekannte Grafiker kennen und schätzen gelernt. Aber auch die Herren und Damen Autoren können hier z. B. das Vorwort, Nachwort oder die eine oder andere Rezi, respektive einige sachbezogene Artikel, verfassen.

Wer (außer Grafikern) ist die Zielgruppe? Wen und was wollt ihr mit eurem Fanzine erreichen?
Eigentlich all diejenigen, die sich mit FANtastischer Grafik beschäftigen. Sei es als Hobby oder auch aus beruflichen Gründen. Darum ist unsere Auswahl an Grafiken auch nicht auf Science Fiction beschränkt, sondern deckt die gesamte Bandbreite der fantastischen Illustration, also Fantasy, Horror sowie Rand-“Gebiete“ ab.
Auf eurer Website sind jede Menge halbnackter Schönheiten zu bewundern, aber auch ungewöhnliche Kompositionen fremder Lebewesen und Lebenswelten. Was glaubst du sind die häufigsten Motive in der SF, die bildlich umgesetzt wurden?
Ich denke mal, das häufigst umgesetzte Motiv ist wohl ein Raumschiff vor einem Sternenhintergrund, inklusive eines etwas größeren Planeten. Auf Rang zwei liegt meines Erachtens die futuristische Stadt, auch eventuell kombiniert mit ein, zwei Flugobjekten.
Tauscht ihr euch auch übers Internet aus? Gibt es Anregungen, Tipps?
Eigens zu diesem Zweck wurde die Fanzine revival group auf Facebook gegründet. Mit im Moment fast 50 Mitgliedern sind wir eine zwar kleine, aber äußerst effektive Gruppe, deren Mitglieder sich auch privat (übers Internet) austauschen. Hier werden die neuesten Bilder zur Beurteilung eingestellt und man erfährt einiges über die Aktivitäten unserer Autoren. Wir nehmen sehr gerne JEDEN in unserer Mitte auf, der sich für dieses Thema interessiert.
Welche deutschsprachigen SF-Künstler findest du persönlich am besten?
Leider sind im Netz unter: „Deutsche SF-Künstler“ nur sehr wenige dieses Genres zu finden. Besonders aufgefallen sind mir allerdings diese: Dirk Schulz, Christian Seipp (ehemals Holl) Michael Marrak, Timo Kümmel und Stefan Böttcher. Diese kleine Auswahl hat allerdings keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Und wie sieht’s international aus?
Oh, da wären schon ein paar mehr zu nennen, z. B. Frank Frazetta, John Berkey, Kelly Freas, Chris Foss, Roger Dean, Rodney Matthews, Don Maitz und Patrick Woodroffe.
Ist die SF-Literatur nicht auch ein wenig abhängig von guten Illustrationen und/oder filmischen Umsetzungen, die dem ganzen Genre noch mehr Tiefe geben?
Natürlich. Ein gutes Bild sagt oft mehr als 1000 Worte. Abgesehen von der verkaufsfördernden Wirkung eines guten Covers werden die Inhalte so manchen guten Buches vielen erst durch eine entsprechende filmische Umsetzung nahegebracht. Allerdings kann die bildhafte Darstellung von SF auch ganz entscheidend die eigene Vorstellungskraft beschneiden. Es mag also für die jeweiligen Zeichner oder Regisseure oft schwierig sein, die richtigen visuellen Eindrücke wachzurufen.
Nenne mir bitte 10 SF-Cover, die dich am meisten beeindruckt haben.
Leider kann ich zu diesem Thema nix sagen Sven, da ich seit ein paar Jahren keine Sammlung mehr habe!!!
Zum Schluss noch eine Frage: Wohin wollt ihr mit eurem Magazin? Steht ihr bereits in Verhandlungen mit Heyne? Oder wie darf man sich das vorstellen? Und: wie viel kostet ein Heft?
Tja, die Zukunft. Die ist ungewiss. Verhandlungen mit Verlagen werden jedenfalls (noch?) nicht geführt. Ich weiß auch ehrlich gesagt nicht, ob die Beteiligten (Zeichner und Autoren) damit nicht zu sehr unter Zeit- respektive Qualitätsdruck geraten würden. So, wie es jetzt steht, ist das eine unverkrampfte lockere Sache, niemand wird zu irgendetwas gezwungen … Wir würden natürlich gerne die Auflage erhöhen, aber es ist oft nicht die Frage der Qualität, die über Verkaufszahlen entscheidet. Das Heft kostet einzeln 4,70 für die Halbjahresausgabe (48 Seiten) und 6,50 für die Jahresausgabe (68 Seiten) incl. Versand. Natürlich als Softcover und mit farbigem Umschlag.
Danke für das Interview!
Vielen Dank, und alles Gute für Eure Leser!
Hier geht’s zum Fantastic Artzine …
Und hier zur FB-Gruppe „Fanzine revival group“

