Galax Acheronian

Informationen zum Autor

Name: Galax Acheronian
Angemeldet seit: 31. Mai 2016
URL: http://www.acheronian.de/

Aktuelle Beiträge

  1. Rezension: „Kirkasant“ von Axel Kruse — 18. September 2017
  2. Rezension: Paul Lung – Das Eden-Projekt — 30. August 2017
  3. Rezension: Im Licht von Orion — 28. Oktober 2016
  4. Thomas Lang „Phump! Buch eins: Die Kumpel“ — 23. Juli 2016
  5. MB Raumkadett – Endstation Pallas — 7. Juli 2016

Liste der Autorenbeiträge

Rezension: „Kirkasant“ von Axel Kruse

Das Axel Kruse sein Handwerk versteht, soll hier nicht weiter zum Thema gemacht werden, denn das steht außer Frage.

In seinem Roman „Kirkasant“, der wie schon die anderen Werke aus der Feder Kruses auf einem abseits gelegenen Planeten spielt, sind es eher die kleinen Probleme vor Ort.

Es gibt keine universellen Mächte, die um die Vorherrschaft ganzer Quadranten Armaden von Schiffen aufeinander schicken. Es sind die kleinen Dinge. Einzelne glaubwürdige Menschen, die ihre eigenen glaubwürdigen Dinge erleben. Das macht auch den Charme dieser Geschichten aus. Hier sei noch einmal „Glühstern“ erwähnt, das man unbedingt gelesen haben sollte.

Zurück zu Kirkasant:

Samuel ‚Sam‘ Kors, Besitzer des Frachters ›Lahme Ente‹ landet nach langer Abwesenheit einmal mehr auf dem zum Roman gleichnamigen Planeten, um sein Schiff einmal gründlich überholen zu lassen. Es ist viel passiert auf dieser Welt:  Aktuell steht eine Abstimmung an, ob die Bewohner des Planeten sich zu Terra oder zum Königreich Deroila zugehörig sein wollen, da beide Mächte diesen Planeten beanspruchen. Beides hat seine unbestrittenen Nachteile, die Unruhe bei den Menschen, aber auch bei den Derolianerm wecken.

Um sich die Reparaturen leisten zu können, lässt sich Sam darauf ein, eine Reisegruppe über den Planeten zu führen, was wie selbstverständlich zu weiteren Problemen führt. Aus dem Touristenspaß wird ein Planet-trek zurück in eine der wenigen Siedlungen Kirkasants.

Das ganze Buch hat etwas ruhiges, stilles. Ein wenig erinnert es an alte Zeiten auf der Erde und doch ist es modern und die Spannung wird gehalten. Die Welt, über die uns der Autor führt ist eine fremde und zugleich erschreckend bekannte. Eine gelungen Mischung aus Bauchweh und Faszination.

Auf jeden Fall empfehlenswert.

Fazit:
Schade ist, dass hier vom Verlag her ordentlich Seiten geschunden worden sind. So hat man diese kurze Geschichte auf knapp 110 Seiten gestreckt, indem man sich hier und da einiges an Freiraum hineingeschummelt hat, weshalb man nun auf das nächste Heftchen warten muss, das sich dann Fortsetzung nennt. Es sei nicht dem Autor angelastet. Vermutlich lag diese Entscheidung beim Verlag.

Sollte es eine zweite Auflage geben, kann ich nur empfehlen, den Roman als ganzes zwischen einen Deckel zu schieben, das macht dann deutlich mehr her.

 

Ebenfalls sollte man das beeindruckende Coverbild des begnadeten Lothar Bauer beachten!

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

 

Verlag: Atlantis Verlag

Print, € 10,90

E-Book € 3,99

Rezension: Paul Lung – Das Eden-Projekt

Klappentext:

Der freiberufliche IT-Techniker Ilay Gador ist ein Eigenbrötler aber einer der Besten seines Fachs. So erhält er auch den Auftrag, die Zerstörung eines Kommunikationsrelais zwischen Erde und Mars zu untersuchen. Als er durch diesen Auftrag in Tatverdacht gerät, ist er gezwungen, untertauchen. Im Versuch „seine Unschuld zu beweisen“ muss er bald erkennen, dass er nur ein Spielball größerer Mächte ist, die nicht nur seine eigene Existenz bedrohen, sondern die ganze Welt.

Meinungen:

Zurückgezogen lebend wird der IT-Techniker Ilay Gador zum Staatsfeind Nummer eins, als ein möglicher Terroristischer Anschlag eine Kette globaler Katastrophen auslöst.

Die Gesetzesvertreter haben mehr Indizien als Hinweise, dass der Hauptprotagonist die Verantwortung für das auf der Erde voranschreitende Chaos trägt und setzt alles daran, ihn dingfest zu machen.

Natürlich ist er Unschuldig, das steht nie zur Debatte und es geht in dem Roman auch viel mehr um Ilay Gador, wie dieser von einem Punkt zum nächsten fliehen muss und nebenbei versucht seine Unschuld zu beweisen.
Beides lässt sich schwer unter einen Hut bringen, aber er ist nicht allein, was ihm Kraft gibt durchzuhalten und weiter zu machen.

Und natürlich erkennt er recht bald, ‚was‘ die eigentliche Verantwortung trägt, jedoch bleibt ihm und den Leser das ‚wer‘ und ‚warum‘ lange Zeit verborgen, was durchaus fesselt.
Vor allem aber beschäftigt einen die Frage: Wie geht man in der aktuellen Situation um, in der nichts mehr ist, wie es war. Fast schon ein kleiner Endzeitroman, schließlich geht die Erde gerade vor die Hunde.

Der Fokus bleibt jedoch auf Ilay Gador und dummerweise ist dieser Roadtrip an vielen Stellen sehr anstrengend, manchmal ein wenig zu hektisch. Natürlich ist die Hauptfigur auf der Flucht!
Aber ist er der beste IT-ler der Welt? Er tat nichts, was ich nicht verstanden habe, oder was jeder andere IT-Techniker mit seiner Grundausbildung auch können könnte.

Das in diesem Buch nicht alles ist, wie es scheint, streut der Autor sorgfältig in seine Geschichte ein, auch wenn es manchmal ein wenig zu offensichtlich ist, so das die ein oder andere Wende einen nicht mehr überrascht, mehr noch, als Leser fragt man sich hin und wieder, wie naiv die Hauptfigur ist, dass sie es einfach nicht kapiert.
Zugegeben, wir erleben die Ereignisse aus mehreren Perspektiven und haben mehr Wissen als die Figur. Dennoch, da war Luft nach oben.

Ohne viel zu Spoilern gibt es natürlich noch unerwartete Wendungen, die erfrischen, im Detail aber unnötig waren. Dienten sie doch nur dazu, eine brenzlige Situation nicht sofort auflösen zu lassen

Im Fazit muss man sagen, das Paul Lung sein Handwerk versteht. Gerade der Anfang ließt sich flüssig wie klares Wasser, es fesselt, es zieht in den Bann.

Gegen Ende wird es ein wenig holprig. Da ließt man dann auch mal ein „Er traute es sich nicht“ anstatt das sehr viel angenehmere „Er wagte es nicht“.

Die gesamte Geschichte ist gut durchdacht, der Aufbau und Spannungsbogen ist gelungen und der Abschluss befriedigend.

Rund um ein gutes Buch, mit dem man sich einige vergnügliche Stunden machen kann.

Positiv sei noch zu erwähnen, dass es keine einzige ‚Kopfschmerz-szene‘ gab, in der irgendwer irgendwas so blödes macht, dass man aufstöhnend den Lesefluss unterbrechen muss. Einzig vielleicht die Herren und Damen aus dem Ermittlungsbereich – die waren teilweise noch begriffsstutziger als die Hauptfigur an einigen wenigen Stellen. Aber das sollen ja auch Ermittlungsbeamte sein, das war dann schon irgendwie authentisch

 

 

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

 

Verlag: Hybrid Verlag

Nur als Print, € 11,90

Rezension: Im Licht von Orion

Im Licht von Orion

Die große Sciencefiction-Sammlung vom Verlag „Modern Phantastik“ eint auf gut 520 Seiten zweiundzwanzig Geschichten von neunzehn Autoren, die in der deutschen SF schon länger ihr ‚Unwesen‘ treiben. Dem ein oder anderen Autoren ist man sicher schon begegnet, anderen hingegen weniger.

Einige der Geschichten sind sogar Preisträger und geben dem Buch daher noch eine kleine Note „besonders“

Nach einem netten, leicht gedehnten Prolog – oder eher ein Warm up, welches den Leser in Stimmung bringt, startet das Buch mit der Geschichte:

Impetus“ von Sven Svenson.

Eine nette, schön erzählte Geschichte mit einem anfangs leichten, nicht ganz ersichtlichen Hin- und Her, dass sich gegen Ende auflöst und selbst erklärt und ein gutes Gefühl hinterlässt.

Gerd Frey „Grauzeit“

Großartig geschriebene Geschichte aus der Sicht eines nicht weiter beleuchteten Protagonisten, der nur Beobachter der eigentlichen Hauptfigur ist: Das bedrohliche Setting einer dunklen Macht, die auf die gesamte Erde einfällt.

Peggy Weber-Gehrke „Wir werden alle Helden sein“

Anfangs etwas wunderlich entpuppt sich diese lange, aber nicht zu lange Geschichte über Menschen, Monster und Aliens zu eine Art Higlight.

Dabei ist noch nicht mal sicher, ob die Protagonisten wirklich auf einem Raumschiff sind, oder ob sich das ganze im Hinterhof einer Nervenheilanstallt stattfindet.

Es ist eine Kontaktgeschichte aus der Sicht von offenkundig durchgedrehten Schiffsbesatzung, die ihr ganzes Wissen über „Aliens“ aus der aberwitzigen Sciencefictionfilmen und -büchern nimmt und darüber auf skurrile Weise philosophiert. Oder es ist nur eine durch und durch bekloppte Welt von rückgebildeten Menschen – oder Menschhybriden oder oder oder. Viele Dinge sind denkanstößige Mahnmale an die Menschheit selbst, die wohl jeder für sich selbst finden muss.

Auf jeden Fall lesenswert.

F. Anderson „Antibiose“

Ein Versatzstück aus „Geschichten aus der Gruft“, „Outer Limits“ und „Akte X“ mit einem seichten Plot, der einige bekannte Szenarien bedient, aber sehr gut erzählt ist. Der geschmeidige Lesefluss wird höchstens davon getrübt, dass das Ende ein wenig unbefriedigend, ja sogar recht platt ist.

Jacqueline Montemurri „Die Faszination der Einsamkeit“

Großartig erzählt. Toll geschrieben.

Eine kurze und authentische Geschichte zwischen Menschen, Menschlichkeit, Hoffnung, Liebe und dem All.

Rico Gehrke: Die Verführung der Mona Lisa

Eine recht lange Geschichte, die sich sehr viel Zeit mit ihren beiden Charakteren nimmt, wobei hier auf dem weiblichen Protagonisten natürlich der Fokus liegt, da die Idee an sich wirklich großartig ist.

Anfangs dachte ich noch: „Du meine Güte … “

Vor allem an der Stelle: „Wie alt sind Sie?“ – „23“ – „Dafür haben Sie sich aber gut gehalten“ wollte ich schon aufhören. Hallo? Zeige mir einen Menschen, der heutzutage eine 16jährige von einer 23jährigen unterscheiden kann …

Der äußerst angenehme Schreibstil ließ mich jedoch weiterlesen, und abgesehen von diesen kleinen Fehltritt entwickelt sich die Erzählung zu einer sehr interessanten SF-Werk, das zwar nicht ganz innovativ, aber sehr gut präsentiert wurde.

Cliff Allister: Wer hat’s erfunden?

Wow.

Das ultimative Highlite des gesamten Buches.

Ich mag keine Zeitreisegeschichten, weil die meisten Autoren in der Geschichte rumwerkeln wie ein Schlächter. (Dabei weiß doch jeder, dass man den Zeitenstrom nicht verändern kann. Cliff Allister wusste es auch.) Seine Geschichte war nicht nur fantastisch erzählt, kurzweilig, packend und witzig. Nein, darüber hinaus war sie am Ende ebenso konsequent und originell wie zu beginn.

Große Unterhaltung!

Matthias Falke: Flitterwochen

Anfänglich glaubte ich noch, die Geschichte hätte auch auf einen gegenwärtigen Luxusliner spielen können. Wandelt sich aber gegen Ende zu einer schönen „fremdvolk“-Erzählung, wie man sie auch in Star Trek hätte finden können.

Regine Bott: Harmonice mundi

Eine wirklich schön erzählte Geschichte aus zwei Perspektiven. Einmal der Siedlung Harmonice mundi auf Kepler und dem Schiff Galilei und seine Besatzung. Wieso, weshalb und warum das Schiff seinen Auftrag so konsequent, schnell und ohne nachzudenken erfüllen muss, wird leider nicht näher erklärt, nur angedeutet – oder ich habe es nicht verstanden. Jedenfalls endet die Geschichte wie erwartet tragisch und hinterlässt einige Fragezeichen im Kopf des Lesers.

Galax Acheronian: NNT 275

Die Sprünge bei Szenenwechsel sind mitunter hart, so dass man orientierungslos sein kann. Es ist anfangs eine Geschichte mit ein wenig Geisterflair und Horrorelementen, wandelt sich dann zu einer Ohrfeige an den Glauben der Überlegenheit einer von sich sehr eingenommenen Spezies.

Oliver Koch: Fehler im System

Uff, ist das übel … im positiven Sinne.

Eine wirklich hervorragend aufgebaut und erzählte Geschichte. Tolle Idee, sicher nicht neu, aber wunderbar dargeboten.

Der Verdacht, dass in der Erzählung über den Hauptprotagonisten Tim und seiner Geburtstagsfeier etwas nicht stimmen kann, wird subtil vom Autoren eingebettet und schenkt immer wieder Momente der Fragezeichen und der geistigen Suche nach Antworten.

Als diese dann geliefert wird, bleiben keine Fragen mehr – nur ein wenig Gemütsschwere.

Eine der Top-Geschichten in diesem Buch.

B.C. Bolt: Der Gebühreneinzugsbevollmächtigte

Eine sehr nette sehr spacige SF-Geschichte, in der kein Wunsch nach einer fiktiven Welt übrig bleibt. Am Ende war jedoch nichts geschehen, denn wie im realen Leben kann man nichts tun, wenn das Staatssystem die gierige Hand aufhält und etwas vom Kuchen nimmt, den er weder gebacken, noch gefördert oder irgendetwas für dessen entstehen beigetragen hat. Aber es hinterlässt ein gutes Gefühl, dass aus Geldgründen der Mord an einem Staatsdiener nicht geahndet wird. Wäre es doch nur in unserer Welt auch so 😉

Rico Gehrke: Bestrafung

Kurz, prägnant. Es geht um die Idiotie von Menschen und den Glauben, dass Handeln keine Konsequenzen hat. Aber … es fehlt etwas. Nach einer sehr detaillierten Einführung und Vorstellung ein jähes plumpes Ende. Unbefriedigend.

Michael Stappert: Reha 2.0

Eine Geschichte, die mich zutiefst wütend gemacht. Oh, nein, sie ist verdammt gut.

Aber in ihr steckt eine Bösartigkeit, die so subtil ist und so hinterfotzig (sry. ein anderes Wort konnte nicht gefunden werden), dass es einem die Sprache verschlägt. Es ist eine Geschichte über Missbrauch. Machtmissbrauch. Missbrauch von Menschen. Missbrauch von Vertrauen. Am Ende will einem dann ein gepflegtes „Scheiße, ihr depperten Arschlöcher“, über die Lippen kommen.

Highlight!

Gerd Frey: Anomalie

Eine Zeitreise und ihre Nichtfolgen. Eine seltsame Geschichte, weil sie für das Außen, für die anderen Protagonisten der Geschichte, ohne Belang bleibt. Andererseits werden Ideen und Konzepte aufgegriffen, die aus der Gegenwart sind und in ihrer gedanklichen Fortführung da landen können.

Adriana Wipperling: Hinter dem Schleier

Eine schöne Geschichte, gute Idee, jedoch etwas schwerfällig und spröde umgesetzt. Möglicherweise, weil es nur aus einer Perspektive erzählt werden kann. Hat das Potential zu einer größeren und sehr komplexen Geschichte. Der Titel ist passend und unpassend zugleich.

F. Anderson: Das Symbol

Weitschweifig erzählte Geschichte mit Anfängerfehlern was die Formulierungen und das Umschreibungen angeht, über einen Mann, der unschuldig von einer, einem anderen Mann versprochenen Frau verführt wird. Das Setting: 1000 und 1 Nacht in der Wüste bei den Beduinen.

Das Ganze kombiniert mit einem sadistischen Kind/ Dämonen und Folterszenen. Dazu gehört eine nicht durchdachte Plotline zusammen mit Seltsamkeiten und Charakteren, die einfach nicht überzeugen. Angesichts der teils ernsten Situation ist eigentlich kein Schmunzeln angesagt. Leider konnte ich es nicht unterdrücken.

Frank Lauenroth und Lara Möller: Deleted Scenes

Der Titel ist passend und doch sagt er sehr wenig über das, was da geschrieben steht. Eine kurze Geschichte mit mehr Facetten, als man meinen sollte und jede davon berechtigt.

Jacqueline Montemurri: Schrottsammler

Die Geschichte erhielt den 2. Platz im Wettbewerb des Vereins zur Förderung der Raumfahrt 2015.

Eine Schrottsammelaktion einer kleinen Privatfirma im Orbit der Erde wandelt sich in eine Rettungsmission, die europäisch-politische Aspekte berührt. Sprachlich, inhaltlich und stilistisch müsste mal ein Lektor drüber. Manche Dialoge/ Monologe wirken arg gestelzt. Die Geschichte selbst ist nicht spannend, was entweder an der Art des Erzählens liegt oder tatsächlich am Thema. Es gibt Perspektiven, die möglicherweise einen interessanteren Blick auf das Thema geworfen hätten. Dennoch ist die Geschichte weder schlecht aber eben auch nicht gut.

Michael Thiele: Spätes Erwachen

Ein klischeebehafteter feuchter Männertraum aus dem pubertierenden Gedankengut eines 13jährigen mit bekanntem Setting, wobei die Frauen die Verführerinnen sind, der Mann ein Macho und zeitgleich die Jungfrau vom Lande … 

Ernsthaft? Amazonen(?) nehmen Männer im Urwald fest, fesseln sie aufs Bett und verlustieren sich mit ihnen? Vielleicht ein Werbetext für Männer, die noch keine Frauen abbekommen haben und sie auf anderen Planeten zu finden hoffen – denn das war in diesen eher armseligen Billigprono auch das einzige SF-Element: Ein anderer Planet und Zukunft. Huiiiiiii …

Christopher Dröge: Zilie

Spannend und für unsere Gefilde eine ungewöhnliche Umgebung, was einen weiteren Reiz darstellt. Der Dschungel in Mittelafrika in Bolanda/ Kongo. Ein Junge, noch Schüler, der fremd in der Umgebung ist und in einer Sonderwirtschaftszone lebt, wo er sich mit drei anderen Jungen anfreunden möchte und dabei in ein Abenteuer der besonderen Art rutscht – und dabei möglicherweise sein Leben riskiert. Lebhaft und bildhaft. Eigentlich keine Kurzgeschichte, sondern der Anfang von viel mehr.

Rico Gehrke: Kontaktversuche

Ich bin unsicher, ob die falsch gesetzten Wörter und der leicht gestelzt Satzbau beabsichtigt waren. Die fremde Wörter (keine Fremdwörter) klingen gut, haben aber für eine Kurzgeschichte nicht genug Bedeutung, da sie leider nicht erklärt werden.

Ersteres wandelt sich deutlich, es wird sprachlich dichter. Die Geschichte kommt trotzdem nicht auf den Punkt. Will sie Einsamkeit, Längen oder Zeitlosigkeit vermitteln?

Die drei Dimensionen des Raumes haben sich noch nicht aus ihrer Verflechtung gelöst.“

Ab hier erhöhte sich die Verwirrung spürbar. Das ganze wirkt wie eine Ich-Nabelschau mit versuchten philosophischen Tiefgang in nicht stringenter, hochtrabender Ausdrucksweise.

Fazit:

Abgesehen von den wenigen vertretbaren Fehlern, die der Lektor hier oder da mal übersehen hat

(Kleinigkeiten sollten ausgemerzt werden, ist aber nicht dramatisch für den Gesamteindruck.) ist das ganze Buch an sich schon ein großer Gewinn für den Leser.

Klar, es gibt die üblichen Schattengestalten, bei denen man sich fragte, warum um alles in der Welt diese Zeilen geschrieben worden sind. Primär jedoch – und zum Glück – finden sich in dieser Sammlung spürbar in der Mehrzahl durchweg positive Geschichten, die viele Stunden schönen Lesegenuss garantieren.

In einer Top drei würde ich im übrigen völlig subjektiv so werten:

Platz 3 geht an Oliver Koch: „Fehler im System“

Platz 2 geht an Michael Stappert: „Reha 2.0“

Platz 1 geht an Cliff Allister: „Wer hat’s erfunden?“

Modern Phantastic

Als E-Book und Print

EUR 17,90 z.B. bei Amazon

Thomas Lang „Phump! Buch eins: Die Kumpel“

Kurzweilige, skurrile Rettung des Universums.

Mit einem „PHUMPH!“ ändert sich das gewohnte Leben des Berufsautors Hagen Wintersteins, der tief in der Fortführung seiner erfolgreichen Groschenromanserie gefangen ist.

Gerade er und seine Kumpel sollen nun das Universum retten. Unfreiwillig. Aufgefordert von NOKK und GIMM, Agenten des Ambulanten Wurmlochservice.

Ein bisschen hat der Roman (vom Stil her) was von „Per Anhalter durch die Galaxie. Was an dieser Stelle aber positiv angemerkt sein soll 😉

 

Es sind eher die alltäglichen Tücken als die fantastischen, die es für Winterstein und seine Kumpel zu bewältigen gibt. Die Handlung ist bei aller Skurrilität konsequent durchdacht, witzig und originell.

Es gab Momente, da habe ich bei mir gedacht „albern“ – aber das ist der Storie gegenüber schlicht unfair und rein subjektiv. Auch wenn der Roman verdammt gut geschrieben ist, hielt er an einigen Stellen (zumindest für mich) Längen bereit, die mich forderten. Man muss sich wohl mit den Figuren und der sehr merkwürdigen Situation, in der diese gefangen sind, einfühlen.

Nichtsdestotrotz eine Empfehlung, wenn man es auch mal ein wenig weniger Ernst nehmen möchte.

Mehr kann man dazu nicht sagen außer: Lesen!

 

 

Label: red.sign media

E-Book

EUR 3,99 z.B. bei Amazon

MB Raumkadett – Endstation Pallas

Da ich recht jung bin, muss ich zu meiner Schande gestehen, dass ich nie zuvor von Mark Brandis gehört habe – etwas, was ich wohl nachholen werde.

(M)einen sehr guten Anfang macht hier das Hörspiel „Endstation Pallas“, welcher mich dazu animiert, mir auch die anderen Episoden dieser Serie vorzuknöpfen.

Das etwa eine Stunde spielende, sehr stimmungsvolle und durchweg mit guten Voice actors besetzte Hörspiel erzählt ein Abenteuer des jungen Mark Brandis und seinen Kadettenkollegen Rodrigo Rojas, welche für einen Monat auf die verlassene Basis Pallas abgeordert werden – und das kurz nach dem Ausbruch eines Krieges, der seine ganz eigene Geschichte erzählt.

Als die Stationssysteme einen unerklärten Kontakt melden, wandelt sich angesichts der politischen Lage die Langeweile beider Jungen zu echter Arbeit.

Die Ereignisse überschlagen sich, als die Republiken ein für den Krieg offensichtlich unwichtiges Ziel eliminieren. Mark, einer von vier Zeugen am Mord des Präsidenten, befürchtet nun, dass die Republik gezielt Beweise zu diesen Attentat aus der Welt schaffen möchte – und damit auch ihn …

Die Episode ist schlüssig erzählt und lässt auf weitere Abenteuer hoffen.

 

Label: Folgenreich (Universal Music)

Als CD oder mp3 Download

EUR 7,99 z.B. bei Amazon

Rezension: „In die Finsternis“ von Scott McLeary


*Spoileralarm*

Schon das erste Kapitel, welches versucht wurde, geheimnisvoll zu halten, hat im Groben schon den Schleier der Idee zu weit gehoben, als dass sie später im Buch überraschen konnte.

Noch ehe man erfährt, dass etwas nach dem Meteoriteneinschlag von vor 66 Millionen Jahren unter der Erde überlebt hat, durchlebt man den zweiten Weltkrieg aus der Perspektive eines Französisch/Amerikanischen pre-A-Teams welches ähnlich wie die Vorlage der 80er Jahre funktioniert. Nur ohne Murdock – schade eigentlich.

Das Spezial-Team bekämpft auf Französischen Grund die Nazis während der Besatzung Frankreichs. Eine Naziexpedition verfolgt unabhängig davon ein rotes X auf einer Karte, welche ihnen zugespielt wurde.

Immer wieder mal gibt es kurze Rückblicke und die ersten 40 Seiten holpern und stolpern – insbesondere in den doch recht hölzernen und den Leser aufklärenden Dialogen.
Z.B. fragt einer dem Colonel kurz vor dem Ziel „Was machen wir hier?“ Danach wird erklärt. Hätte geschickter sein können. Generell überzeuge die wenigsten Dialoge, jedem aber Schwächen anzukreiden wäre völlig falsch.

Es gibt viele Klischees, die frei bedient werden und leicht den Geschmack von Füllmaterial haben.
Ab (E-Book)Seite 82, im 26. Kapitel, wird es dann endlich spannend. Mag aber auch daran liegen, dass mich der zweite Weltkrieg in keinster Weise interessiert. Schließlich sollte es hier doch um SF gehen.

Als das Team schließlich das Tagebuch eines Wissenschaftlers findet und dieses vorliest, hatte ich als Leser eher das Gefühl, hier eine Pre-Version des vorliegenden Buches zu lesen. Sehr literarisch geschrieben und auch mit Spannungseffekten gefüllt – aber als ‚Tagebuch‘ unglaubwürdig.

Gegen Ende wird der erste Teil durchaus interessant: Ein Monster mit unglaublich vielen Klingen und Krallen metzelt sich durch Heerscharen an wimmernden Nazis und greift natürlich auch das A-Team an, welches dann aber von einen Überlebenden der Vorgeschichte gerettet wird. Glück gehabt.

Es wird in Form eines Rückblickes ein wenig aus der Geschichte des Fremden erzählt. Auch da gab es (natürlich) Krieg. Merkwürdig war nur, dass diese Lebensformen von vor rund 65 Millionen Jahren ebenfalls denn Ausruf „Oh mein Gott“ und andere typisch menschliche Ausdrucksweisen kennen – wieder ungeschickt.

Aber der SF-Teil kommt ab hier nun endlich nicht mehr zu kurz.
Im letzten Teil des Buches kommt die Geschichte des Meteors dazu und auch – ein Zwerg.
Ja, ein Zwerg in der optischen Erscheinung eines „Gray-Aliens“.
Dieser erfreut sich daran Schaden auszuteilen. Seine Motivation steht der eines Schulhofschlägers in nichts nach und auch in seiner inkonsequenten Logik bleibt er der Vorlage des Hauptschulbullys treu.
Der Zwerg sabotierte einst die Versuche, den Meteor aufzuhalten und erfreut sich der sterbenden Zivilisation – wie er es schon oft getan hat. Ein fieser Sadist.
Ein wenig wütend wird er, wenn die Sterbenden sich weigern ihr – vom ihm geschaffenes – Schicksal zu akzeptieren und fungiert weiterhin als Saboteur zu Zwecken seiner eigenen Genugtuung. Immer wieder versetzt er sich in Stasis, lässt sich kurz aufwecken und beobachtet die Entwicklung der Menschheit, nachdem der Schaden des Meteors verklungen war.
Er lässt es sich nicht nehmen, einzelne Menschen zu entführen und zu foltern. Natürlich ist mir als Leser vollkommen klar, welcher Bezug hier gezogen wird und diese Idee ist in der tat ehrlich originell – und dennoch aberwitzig.

Grundsätzlich war das Buch unglaublich anstrengend zu lesen. Man muss sich vermutlich darauf einlassen, oder Fan eines solchen Genres sein. Ich denke sehr wohl, dass es viele gibt, die genau auf solche Geschichten abfahren. Der Endfight war okay, die Lösung sogar originell.

Die letzten Seiten, gut als Epilog hinnehmbar war ein wenig aufgedrückt aber auch völlig okay.

Es blieben im Grunde auch keine Fragen offen, auch wenn vieles ein wenig merkwürdig schien, so wurde alles nachvollziehbar erklärt – mehr oder weniger. Es bleibt allerdings wohl kein Buch, das lange im Gedächtnis bleibt.

Fazit: Schleppend, aber für Genrefans auf jeden Fall nett. Mir hat es aber nicht gefallen.

Wertung-3-Sterne

epubli 2015, ISBN: 978-3737542388, erhältich als E-Book für EUR 2,99 z.B. bei Amazon