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Rezension: “K.I. – Wer das Schicksal programmiert” von Christian J. Meier

Ein ziemlich erfolgreicher Roman des recht neuen Imprints POLARISE kreuzte neulich unseren Weg. Das ist nicht zuletzt deswegen eine genaue Betrachtung wert, weil laut unbestätigter Gerüchte die bisher noch nicht allzu erfolgreiche Reihe “Heise Welten” demnächst vom Hinstorff-Verlag zu POLARISE wechselt. Schauen wir also mal, woran sich die folgenden Heise-Welten-Romane werden messen lassen müssen.

In “K.I. – Wer das Schicksal programmiert”, das in der nahen Zukunft spielt, geht es im Grunde um eine digitale Assistentin namens Rhea, deren überwältigende Fähigkeiten dem Tech-Konzern Gaia dazu verholfen haben, alle Googles und Facebooks dieser Welt auszubooten. Klar, dass das wirklich grandiose technische Fähigkeiten erfordert – so grandios, dass sie heute wohl jeder KI-Experte mit dem Attribut “fiktiv” versehen würde. Aber “fiktiv” bzw. “fiction” ist ja Teil des Namens unseres Lieblingsgenres, also sollte uns das nicht weiter stören.

Zur Handlung: Im Zentrum der Geschichte steht eine deutsche Ärztin, die überraschenden Todesfällen auf ihrer Krebsstation auf der Spur ist. Dazu muss man wissen, dass Diagnose und Medikation vollständig in den Händen von Gaia liegen, die über die notwendigen medizinischen Daten verfügt, um – so die Hoffnung – mittels ihrer Algorithmen stets jedem Patienten den lebensrettenden Medikamentecocktail zu verabreichen. Dass dabei Leute sterben, die eigentlich gute Überlebenschancen gehabt hätten, weist die Ärztin mittels einer KI namens Laplace nach, deren Schöpfer – ein fähiger Programmierer – ungefähr zur gleichen Zeit unter Mordverdacht gerät.

Das sind die Startkoordinaten für einen Thriller, in dem die Protagonisten ins Visier von Gaia geraten und keinen anderen Weg sehen, als ihrerseits zum Angriff überzugehen. Es entwickelt sich eine rasante Geschichte mit allen typischen Zutaten eines IT-Thrillers. Nebenbei können wir noch die Entwicklungen in China verfolgen, wo das Sozialpunktesystem des “Wegs” das gesamte Leben bestimmt.

Erfreulicherweise ist die Erzählgeschwindigkeit von Anfang an hoch, Langeweile kommt zu keinem Zeitpunkt auf. Sprache und Stil sind in Ordnung. Ein paar Plotholes gibt es, aber die ist heutzutage jeder Konsument von Kinofilmen oder Serien gewohnt. Etwas schwerer dürfte zumindest für anspruchsvolle Leser ins Gewicht fallen, dass keine Figuren mehr Eigenschaften besitzt als für die Handlung unbedingt notwendig.

Auch wenn das Nahzukunfts-Setting es nahelegt: Allzu realistisch sind einige den auftretenden KIs angedichtete Fähigkeiten nicht. Bis man sich beispielsweise mit einer Stimme aus der Cloud so unterhalten kann wie mit einem Menschen, werden noch viel, viel mehr Jahre vergehen. Ganz zu schweigen von kreativen künstlichen Intelligenzen, die eigenständige Ideen entwickeln. Einige Aspekte von Deep Learning und der zugehörigen Datensammelwut von Konzernen aber sollten uns als Leser zu Denken geben: Letztlich überlassen wir die Macht ja immer vertrauensvoll Menschen, die hinter einer Technik stehen, nicht der Technik selbst; und die Menschen sind die, die Technik zum Guten oder Schlechten einsetzen können, was auch immer sie oder wir darunter verstehen.

Mit seinem Debütroman legt Christian J. Meier einen temporeichen KI-Thriller vor, der sich vor angloamerikanischen Vorbildern nicht zu verstecken braucht.

Unterhaltung:

Anspruch:

Originalität:

DSFP geht an Hillenbrand und Küper

Das Komitee zur Vergabe des Deutschen Science-Fiction-Preises hat entschieden:

Der besten 2018 erschienene Roman ist »Hologrammatica« von Tom Hillenbrand, Kiwi (Kiepenheuer & Witsch), die beste deutschsprachige Erzählung ist »Confinement« von Thorsten Küper, erschienen in »Nova 26«.

Der DSFP wird verliehen im Rahmen des PentaCon in Dresden am 2.11.2019 und ist mit je 1000 Euro dotiert. Wir gratulieren den Gewinnern!

Alle weiteren Infos zum Preis sowie die weiteren Platzierungen gibt es auf der offiziellen Homepage.

DSFP 2019: Die Nominierungen

Soeben hat das Komitee zur Vergabe des Deutschen Science Fiction-Preises die diesjährigen Nominierungen veröffentlicht. Der Preis wird verliehen auf der PentaCon in Dresden (1.-3. November).

Kategorie »Beste deutschsprachige Kurzgeschichte«

»Trolltrupp« von Galax Acheronian, erschienen in »Sprung ins Chronozän«, herausgegeben von Peggy Weber-Gehrke, Verlag für Moderne Phantastik Gehrke, ISBN 978-3-9818752-1-8

»Intervention« von C. M. Dyrnberg, erschienen in »Nova 25«, herausgegeben von Olaf G. Hilscher und Michael K. Iwoleit, Amrûn-Verlag, ISBN 978-3-95869-326-5

»Rauschen« von Rico Gehrke, erschienen in »Sprung ins Chronozän«, herausgegeben von Peggy Weber-Gehrke, Verlag für Moderne Phantastik Gehrke, ISBN 978-3-9818752-1-8

»Confinement« von Thorsten Küper, erschienen in »Nova 26«, herausgegeben von Michael Haitel und Michael K. Iwoleit, Verlag p.machinery, ISBN 978-3-95765-136-5

»Kill!« von Andreas G. Meyer, erschienen in »Spliff 85555: Ebersberg«, herausgegeben von Gerhard Schneider, Verlag p.machinery, ISBN 978-3-95765-119-8

»Im Regen« von Nadja Neufeldt, erschienen in »Erstkontakt mit Violine« von Nadja Neufeldt, Twentysix, ISBN 978-3-7407-5163-0

»Kurz vor Pi« von Uwe Post, erschienen in »Spektrum der Wissenschaft 10/2018«, Spektrum der Wissenschaft Verlag, ISSN 0170-2971

»Der unbekannte Planet« von Tobias Reckermann, erschienen in »Nova 25«, herausgegeben von Olaf G. Hilscher und Michael K. Iwoleit, Amrûn-Verlag, ISBN 978-3-95869-326-5

»Muse 5.0« von Nele Sickel, erschienen in »Phantastische Sportler«, herausgegeben von Markus Heitkamp und Wolfgang Schroeder, Verlag Torsten Low, ISBN: 978-3-940036-46-9

»Die Schwimmerin« von Jutta Siebert, erschienen in »Fiction x Science«, herausgegeben von Melody Aimée Reymond, Michael Kaufmann und Edy Portmann, pako Verlag, ISBN 978-3-907589-02-1

»Coming Home« von Tetiana Trofusha, erschienen in »Inspiration«, herausgegeben von Marianne Labisch, Verlag p.machinery, ISBN 978-3-95765-137-2

Kategorie »Bester deutschsprachiger Roman«

»Canopus – Der Kalte Krieg Band 1« von Dirk van den Boom, Atlantis-Verlag, 349 Seiten, ISBN 978-3-86402-561-7

»Varianz – Die Reise der Scythe Band 2« von Dirk van den Boom, Cross Cult (Amigo Grafik), 450 Seiten, ISBN 978-3-95981-529-1

»Die Tiefe der Zeit« von Andreas Brandhorst, Piper-Verlag, 544 Seiten, ISBN 978-3-492-70427-4

»Das Imago-Projekt« von Robert Corvus, Piper-Verlag, 496 Seiten, ISBN 978-3-492-70482-3

»NSA« von Andreas Eschbach, Bastei Lübbe (Lübbe Hardcover), 800 Seiten, ISBN 978-3-7857-2625-9

»Koshkin und die Kommunisten aus dem Kosmos« von Ben Calvin Hary, Atlantis-Verlag, 260 Seiten, ISBN 978-3-86402-620-1

»Die Schwärmer« von Willi Hetze, salomo publishing, 376 Seiten, ISBN 978-3-941757-84-4

»Hologrammatica« von Tom Hillenbrand, Kiwi (Kiepenheuer & Witsch), 560 Seiten, ISBN 978-3-462-05149-0

»Die Hochhausspringerin« von Julia von Loucadou, Hanser-Verlag, 288 Seiten, ISBN 978-3-446-26039-9

»Der letzte Kolonist« von Sebastian Schaefer, Eridanus Verlag, 420 Seiten, ISBN 978-3-946348-19-1

»Hier ist es schön« von Annika Scheffel, Suhrkamp Verlag, 389 Seiten, ISBN 978-3-518-42794-1

»Der Platz an der Sonne« von Christian Torkler, Klett-Cotta, 592 Seiten, ISBN 978-3-608-96290-1

Laßwitz-Preis für Eschbachs “NSA”

Soeben wurden die Gewinner des diesjährigen Kurd-Laßwitz-Preises bekanntgegeben.

In der Rubrik “bester deutschsprachiger SF-Roman” gewann mit großem Abstand “NSA – Nationales Sicherheits-Amt” von Andreas Eschbach.

Als beste Erzählung wurde “Confinement” von Thorsten Küper ausgezeichnet. Es ist der erste SF-Preis für Küper, dessen Erzählung in NOVA 26 erschien. NOVA – beziehungsweise dessen Herausgeberteam – gewann außerdem den Sonderpreis für herausragende Leistungen in der deutschen SF.

In der internationalen Kategorie gewann knapp “Eiswelt” von Jasper Fforde.

Wir gratulieren!

Alle Details und Preisträger finden sich auf der Homepage des KLP.

Galaktische Weihnachten

Unser ganzes Team wünscht allen SF-Fans galaktische Weihnachten! (für Zeitreisende: …gehabt zu haben werden)

Wir machen jetzt Ferien und melden uns im neuen Jahr wie gewohnt mit Neuigkeiten, Interviews, Rezensionen und Kurzgeschichten.

Neu: Ren Dhark “Weg ins Weltall” Band 78

REN DHARK “Weg ins Weltall” Band 78 ist unter dem Titel “Die letzten Men­schen von Babylon” erschienen:

Ren Dhark und seine Begleiter jagen dem Fremden nach, der be­reits mehrere Planeten in der Milchstraße mit tödlichen Seuchen überzogen hat. Niemand weiß, wo er das nächste Mal zuschlagen wird, die Terraner haben im Moment nur eine vage Spur. Zur glei­chen Zeit kommt ein Mann zu sich, der sich nicht daran erin­nern kann, wer er ist. Dann wird ihm klar: Er und die anderen an diesem Ort sind die letzten Menschen von Babylon …

Autoren: Jan Gardemann, Achim Mehnert und Nina Morawietz; nach dem Exposé von Ben B. Black.

Weitere Infos auf der Verlagsseite!

Neu: “Oscuridad – Absturz ins Ungewisse” von Eric Nowack

Der vor allem für seine Fantasy-Publikationen bekannte Verlag Feder & Schwert hat nunmehr einen SF-Roman herausgebracht: “Oscuridad – Absturz ins Ungewisse” von Eric Nowack. Hinter dem Pseudonym verbirgt sich ein Autorenduo.

Laut Verlagsinfo ein spannender Abenteuerroman, erhältlich als Paperback (€15,95) oder Epub (€9,99).

Mehr Infos beim Verlag

Neu: Ren Dhark “Weg ins Weltall” Band 77

REN DHARK “Weg ins Weltall” Band 77 ist unter dem Titel “Seuchenherd Milchstraße” erschienen.

 

Die Wissenschaftler an Bord der POINT OF haben gut und schnell gearbeitet, ein Gegenmittel gegen die auf der Siedlerwelt Sahara grassierende Seuche scheint gefunden zu sein. Bert Stranger, der von der Krankheit gezeichnete Starreporter von Terra-Press, stellt sich als Proband für das Heilmittel zur Verfügung, doch das zeigt unerwartete Nebenwirkungen.
Für Ren Dhark und seine Getreuen fängt damit der Kampf gegen denjenigen, der unschuldige Welten mit tödlichen Krankheiten überzieht, jedoch erst an, denn die Galaxis scheint sich zu verwandeln in den Seuchenherd Milchstraße…

Autoren: Jan Gardemann, Achim Mehnert und Nina Morawietz; nach dem Exposé von Ben B. Black.

Hardcover, 272 Seiten
Herausgegeben von Ben B. Black
Unitall Verlag
EUR 16,90

http://www.hjb-shop.de/ren-dhark/weg/77.htm

Neu: “Anderzeiten” von Helmuth W. Mommers


Soeben bei p.machinery erschienen ist eine Sammlung von Kurzgeschichten von einem der Altmeister der deutschsprachigen SF-Kurzgeschichte: Helmuth W. Mommers.

Auf über 500 Seiten finden sich 26 Geschichten verschiedener Subgenres, alle aus der Schaffensphase nach der Jahrtausendwende.

Das Buch ist als Hardcover und E-Book zu haben.

Info+Bestellmöglichkeit bei p.machinery

Neu: Shadowrun – “Orks weinen nicht” von Jan-Tobias Kitzel

Seit kurzem erhältlich ist der zweite Band der “neuen” deutschen Shadowrun-Romanserie, die bei Pegasus erscheint (Interview zum Thema): “Orks weinen nicht”. Der Band wurde von Jan-Tobias Kitzel verfasst und spielt wie schon Band 1 im Rhein-Ruhr-Megaplex.

Weitere Infos beim Verlag