«

»

Das war der BuCon 2012

Toller, vielfältiger, größer – sagte ich schon toller? Der Buchmesse Convent 2012 war ein weiteres Mal der Treffpunkt für Fans, Autoren und Urgesteine der deutschen Phantastik-Szene. Man bräuchte mehr als einen Bericht, um alle Facetten beschreiben zu können, oder mehrere Klone, um alles sehen und erleben zu können.

Die offensichtlichste Neuerung war die Erweiterung des Platzes für Präsentationstische in den großen Vorraum. Statt wie bisher in der Mitte des Hauptsalls eingefercht, konnten sie die Verlage viel besser präsentieren. Die Zugangskontrolle wurde dafür direkt an den Eingang verlegt. Gute Idee!

Das Programm startete um 11 Uhr und zog schon um diese nächtliche Zeit viele Besucher an.

Petra Hartmann und Andrea Tillmanns präsentierten die fiese Anthologie “Drachen Drachen”, erschienen im Blitz-Verlag. Die Liste der namhaften Autoren, die in diesem dicken Taschenbuch ihre Meinung zum Thema dargelegt haben, ist zu lang für diesen Artikel. Auch wenn Drachen üblicherweise mit dem Fantasy-Genre in Verbindung gebracht werden – nicht ohne Grund, vorsichtig ausgedrückt – enthält die Drachen-Antho eine ganze Reihe respektabler SF-Geschichten und verdient sich damit diese Erwähnung.

Gleich im Anschluss sorgte der Begedia-Verlag für einen überfüllten Transporterraum. Die Präsentation der gerade frisch aus den Druckerpressen gezerrten Anthologie “2012 – T minus Null” sowie die Zombie-Mystik-Serie “Armageddon” lockten mehr Zuschauer an, als der Raum fassen konnte. Genug Weltuntergang für jeden: Uwe Post, Herausgeber der 2012-Antho, sowie der darin mit einem Kurzroman vertretene Michael Marrak, lasen aus dem Buch vor. Im Anschluss stellten Ben B. Black und Dave Nocturn kongenial inszeniert Ausschnitte aus der von D.J. Franzen konzipierten Reihe “Armageddon” vor.

Besonders spannend für die deutsche SF: Ernst Wurdack lies einige Andeutungen zu einer neuen SF-Serie fallen, auf die man sicher gespannt sein darf. Auf eine konkrete Ankündigung werden wir noch ein wenig warten müssen, aber dass sich namhafte Autoren der Szene eine komplexe Weltraumgeschichte ausgedacht haben, ist kein Geheimnis mehr.

Ganz tapfer müssen jetzt jene Fans sein, die es bisher versäumt haben, sich den herausragenden letztjährigen Erzählband “Emotio” anzuschaffen: Das Buch ist vergriffen und wird nicht nachgedruckt.

Noch einmal spannend wurde es für die SF-Fans bei der Verleihung des Deutschen Phantastik-Preises. Dass Perry Rhodan in der Kategorie “Beste Serie” abräumte, überraschte niemanden, und der Verfasser des besten Romans ist zum zehnten Mal in Folge Markus Heitz. Aber da in der Kategorie “Beste Kurzgeschichte” diesmal fünf von sechs nominierten Erzählungen dem SF-Genre zuzuordnen waren, fragte sich natürlich jeder, wer das Rennen gemacht hatte. Am Ende landeten tatsächlich nicht die zwei Kandidaten (Armin Rößler, Karsten Kruschel) aus der oben erwähnten Anthologie “Emotio” auf den vorderen Plätzen, sondern zwei Geschichten aus “Prototypen und andere Unwägbarkeiten” vom Begedia-Verlag (und im Gegensatz zu “Emotio” ist diese Sammlung noch zu haebn): Platz 2 belegte Uwe Posts “Träumen Bossgegner von nackten Elfen?”, knapp geschlagen von Nina Horvaths “Die Duftorgel”. Als objektive Chronisten fügen wir unserer wärmsten Gratulation allerdings die Beobachtung an, dass die recht selbstbewusste Dankesrede der Titelträgerin im Publikum zu vereinzeltem Kopfschütteln führte.

Das alles tat der guten Stimmung aber keinen Abbruch, die in einer Magie-Show und dem Auftritt der Band Elfenthal ihren Höhepunkt fand. Klarer Fall: Der BuCon ist und bleibt das Highlight der Saison. Gratulation und Respekt an die Veranstalter!